Kardinal Marx bittet Missbrauchsbetroffene um Entschuldigung

Aufarbeiten von Missbrauch ist ein "Lernweg"

Kardinal Reinhard Marx hat Missbrauch als eine "schreckliche Wirklichkeit in der Kirche" bezeichnet, "die wahrscheinlich über Generationen immer da war". Viele hätten nicht hingesehen und dies nicht wahrhaben wollen, sagte er weiter.

Kardinal Reinhard Marx predigt / © Julia Steinbrecht (KNA)
Kardinal Reinhard Marx predigt / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Bei einem Tag der Begegnung in München mit Betroffenen von Missbrauch bat der Erzbischof von München und Freising persönlich und im Namen der Erzdiözese um Entschuldigung für das, was sie im Raum der Kirche erlitten hätten, wie es in einer Mitteilung der Erzdiözese vom Samstag heißt. Der Kardinal habe betont, es sei notwendig, zuzuhören, um Aufarbeitung als einen "Lernweg" weiterzugehen und Angebote gemeinsam zu verbessern.

Schritt für Schritt zur Aufarbeitung

Marx sagte, es erschrecke ihn nach wie vor sehr, dass Mitarbeiter der Kirche Kinder und Jugendliche missbraucht hätten. "Viele in der Kirche wollten das nicht wahrhaben, nicht hinsehen".

Die Institution sei stärker im Blick gewesen als der Schutz der Opfer. Seit einigen Jahren werde Aufarbeitung Schritt für Schritt umgesetzt, "und wir tun alles, dass das nicht wieder vorkommt", versicherte Marx. Veranstaltet wurde der Begegnungstag den Angaben zufolge von der Unabhängigen Aufarbeitungskommission (UAK) für sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese.

Missbrauchsgutachten: Schwere Vorwürfe gegen Benedikt XVI. und Kardinal Marx

Das lange erwartete Missbrauchsgutachten für das Erzbistum München-Freising belastet amtierende und frühere Amtsträger schwer, darunter auch den emeritierten Papst Benedikt XVI.

Joseph Ratzinger habe sich in seiner Amtszeit als Münchner Erzbischof (1977-1982) in vier Fällen fehlerhaft verhalten, heißt es in der am Donnerstag in München vorgestellten Untersuchung der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW). Erzbischof Kardinal Reinhard Marx, werfen die Anwälte unter anderem vor, sich nicht ausreichend um Fälle sexuellen Missbrauchs gekümmert zu haben.

Münchner Missbrauchsgutachten / © Sven Hoppe/DPA-Pool (KNA)
Münchner Missbrauchsgutachten / © Sven Hoppe/DPA-Pool ( KNA )

Quelle:
epd
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