Kardinal Duka gibt Synodalem Weg Schuld an Kirchenaustritten

Sakramente für deutsche Kirchen-Aussteiger in Mitteleuropa

Kardinal Duka lädt Deutsche, die wegen des Synodalen Wegs keine Kirchensteuer mehr zahlen wollen, zur Sakramentenspendung in Mitteleuropa ein. Der emeritierte Prager Erzbischof fordert eine Gewissensprüfung deutscher Kirchenvertreter.

Dominik Kardinal Duka im Mai 2014 (Archivbild) / © Elisabeth Schomaker (KNA)
Dominik Kardinal Duka im Mai 2014 (Archivbild) / © Elisabeth Schomaker ( KNA )

Nach Ansicht Kardinal Dukas könnten die hohe Zahlen an Kirchenaustritten in Deutschland und Bayern nicht mit tatsächlichen Kirchenaustritten gleichgesetzt, sondern müssten als Verweigerung der Kirchensteuerzahlung verstanden werden.

Kirchenstatistik 2022 für das Erzbistum Köln veröffentlicht

Die neuen Zahlen der kirchlichen Statistik für das Erzbistum Köln sind veröffentlicht: Ende 2022 gehörten in der Gesamtschau 1.738.011 Katholiken zum Erzbistum Köln. Das sind 67.419 weniger als im Jahr davor. Der Rückgang setzt sich vor allem zusammen aus 51.345 Kirchenaustritten (2021: 40.772) sowie der Differenz zwischen der Anzahl der Sterbefälle (28.695 / 2021: 27.503) und den Taufen (12.571/ 2021: 10.286). Im Jahr 2022 sind im Erzbistum somit 16.124 katholische Personen mehr verstorben, als im selben Zeitraum durch die Taufe in die Kirche aufgenommen wurden.

Generalvikariat des Erzbistums Köln (DR)
Generalvikariat des Erzbistums Köln / ( DR )

Der Grund für die Kirchenaustritte sei, so Kardinal Duka, nicht unbedingt ein Glaubensverlust oder eine geistliche Ablehnung, sondern der Mangel des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und der Deutschen Bischofskonferenz an katholischer Haltung, der im Synodalen Weg deutlich würde.

Das ZdK und der deutsche Episkopat würden so eine Situation schaffen, von der Papst Franziskus gesagt hat: "Deutschland hat eine großartige evangelische Kirche, aber ich möchte keine weitere."

Deutsche Katholiken sollen Sakramente in Mitteleuropa empfangen 

Darüber hinaus spricht Duka in dem Kontext von innerkirchlichen Verleumdungen und Intrigen denen Papst Benedikt XVI. zum Opfer gefallen sei.

Unter jenen Menschen, die sich der Zahlung der Kirchensteuer verweigern, seien, wie Duka einräumt, aber gleichsam auch solche Gläubige, die mit der sehr grundsätzlichen Haltung von Papst Franziskus und den Kurienkardinälen gegenüber dem Synodalen Weg unzufrieden sind.

Deutschen Katholiken, die keine Kirchensteuer mehr zahlen wollen, lädt er nach Mitteleuropa ein: "In Tschechien, der Slowakei oder in Polen können wir diesen Menschen die Sakramente spenden. Sie können hier beichten und die Kommunion empfangen."

Scharfe Kritik an Bätzing und Marx

Schließlich übt Duka scharfe Kritik an der Führung der deutschen Kirche, insbesondere an Bischof Georg Bätzing und Kardinal Reinhard Marx.

In deren Klagen über das Sterben der Kirche in Deutschland sieht er nur das Vergießen von Krokodilstränen

"Es muss eine Gewissensprüfung im Hinblick darauf stattfinden, wie eine Reihe von Bischöfen, Erzbischöfen und Kardinälen mit ihren Pflichten und ihrem Treueeid umgehen", so Kardinal Duka weiter

Kirche in Tschechien

In der Tschechischen Republik bekennt sich nur noch eine Minderheit der Bevölkerung zu einer Religionsgemeinschaft. 2018 bezeichnete sich laut Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Stem noch jeder vierte tschechische Bürger als gläubig, jeder dritte dagegen als Atheist. Zu den Gläubigen rechneten sich demnach häufiger Frauen, Personen über 45 Jahre sowie Bürger kleinerer Gemeinden.

Johannes-Nepomuk-Kirche in Tschechien / © Alexander Brüggemann (KNA)
Johannes-Nepomuk-Kirche in Tschechien / © Alexander Brüggemann ( KNA )
Quelle:
DR , KAI , rv