Kardinäle sehen große Symbolik in Papstreise nach Malta 

Papstreise als Signal in der Migrationsfrage

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Kardinal Mario Grech sehen die Papstreise nach Malta als wichtiges Signal in der Migrationsfrage. Der Papst habe oft betont, dass es zunächst immer darum gehen müsse, Menschenleben zu retten.

Valletta auf Malta / © Bayrisches Pilgerbüro
Valletta auf Malta / © Bayrisches Pilgerbüro

Hierfür müssten auch regulären Migrationswege geschaffen werden, sagte Parolin im Gespräch mit Vatican News (Donnerstag). So brauche es mehr Hilfen für Herkunftsländer, um Fluchtgründe zu verringern. Franziskus reist von Samstag bis Sonntag nach Malta in Begleitung der beiden Kardinäle.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin / © Dalati & Nohra (dpa)
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin / © Dalati & Nohra ( dpa )

Parolin zeigte sich sehr beeindruckt in Anbetracht der großen Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge aus der Ukraine. Er hoffe, dass "diese tragische Erfahrung dazu beitragen kann, das Bewusstsein zu schärfen für die anderen Arten der Migration, die aus dem Süden kommen", so Parolin weiter. Dabei gebe es keine Alternative zur europäischen Zusammenarbeit und Aufteilung der "Lasten".

Land mit langer christlicher Tradition

Die "St. JohnÕs Co-Cathedral" in Valetta / © N.N. (KNA)
Die "St. JohnÕs Co-Cathedral" in Valetta / © N.N. ( KNA )

Für den Leiter des Synodensekretariats und Malteser Grech ist die Papstreise in seine Heimat ein Hoffnungszeichen und eine Stärkung für den Glauben vor Ort. Malta sei ein Land mit einer langen christlichen Tradition; aber auch dort seien die europäischen Tendenzen spürbar.

Dabei sei die Flüchtlingsfrage zentral für die Insel. Der Papst werde den Maltesern sicher seine Anerkennung für die Aufnahme von Flüchtlingen zeigen.

"Vielleicht kann er von unserer Insel aus eine Botschaft an Europa senden, denn in Anbetracht unserer Nation und der Größe unseres Landes ist es fair und gerecht, dass Europa Malta bei dieser menschlichen Tragödie nicht allein lässt", ergänzte Grech im Gespräch mit Vatican News.

Der 65-Jährige leitete das Bistum Gozo seit 2006, bis er im Herbst 2019 als Pro-Generalsekretär der Bischofssynode nach Rom wechselte.

Maltareise um zwei Jahre verschoben

Franziskus holt am Wochenende die ursprünglich für 2020 geplante Malta-Reise nach. Auf dem Programm stehen neben den üblichen Treffen mit Regierungsvertretern auch ein Gebet am nationalen Wallfahrsort Ta' Pinu auf der Vorinsel Gozo.

Am zweiten Reisetag fährt der Papst zur Paulusgrotte in Rabat. Dort waren auch seine beiden Vorgänger, 1990 Johannes Paul II. sowie 2010 Benedikt XVI. Später feiert Franzikus eine Messe in Floriana, einem Vorort der Hauptstadt Valletta, und trifft Migranten in eine Aufnahmezentrum.

Das deutsche Seenotrettungsschiff "Lifeline" liegt im Hafen von Malta. / © Annette Schneider-Solis (dpa)
Das deutsche Seenotrettungsschiff "Lifeline" liegt im Hafen von Malta. / © Annette Schneider-Solis ( dpa )
Quelle:
KNA