Die katholische Kirche in Deutschland kann weiterhin mit einer hohen Zahl von Austritten rechnen, aber auch erstmals seit langem mit einer relevanten Zahl von Eintritten junger Menschen. Dies geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa-Consulere im Auftrag der katholischen Wochenzeitung "Die Tagespost" und der Initiative Neuer Anfang hervor, deren Ergebnisse am Montagabend in Rom vorgestellt wurden.
Demnach haben derzeit 24 Prozent der Katholiken vor, in den kommenden zwei Jahren aus der Kirche auszutreten. Bei den Mitgliedern evangelischer Landeskirchen waren es 21 Prozent, bei den Angehörigen von Freikirchen 16 Prozent.
Zugleich bekundeten aber auch 8 Prozent der befragten Nichtmitglieder einer Kirche, sie könnten sich vorstellen, erstmals oder wieder in eine Kirche einzutreten. Bei den Befragten unter 30 antworteten sogar 16 Prozent auf die entsprechende Frage mit "Ja".
Die nach Angaben des Instituts repräsentative Umfrage wurde im Oktober 2025 unter rund 2.000 Personen durchgeführt; unter ihnen waren in der Mehrheit katholische und evangelische Christen sowie 820 konfessionslose Menschen und Angehörige anderer Glaubensrichtungen.
Breite Mehrheit gegen Kirchensteuer
Weitere Ergebnisse: 65 Prozent der befragten Katholiken und 60 Prozent aller Befragten sprachen sich dafür aus, den Einzug der Kirchensteuer durch den Staat abzuschaffen. Zur Reforminitiative Synodaler Weg erklärten 21 Prozent der Katholiken, sie hielten ihn "für richtig", 17 Prozent hingegen hielten ihn "für falsch". 58 Prozent gaben an, die Frage nicht beantworten zu wollen oder zu können.
Überraschend niedrig war in der Umfrage der Anteil der Kirchenmitglieder (evangelisch und katholisch), die sich als gläubige Christen bezeichneten: Er lag bei lediglich 47 Prozent. Unter den relativ wenigen ostdeutschen Kirchenmitgliedern lag er mit 54 Prozent deutlich höher.
Redaktioneller Hinweis: Der Artikel wurde gegen 15:30 Uhr aktualisiert.