Jüdische Tempelbergaktivisten festgenommen

Jerusalem im Fokus

Israels Polizei hat in der Nacht zu Sonntag mehrere jüdische Aktivisten der Gruppe "Rückkehr auf den Berg" festgenommen. Sie stehen unter Verdacht, zum jüdischen Pessachfest ein Schlachtopfer auf dem Tempelberg geplant zu haben.

Blick auf den Tempelberg mit Felsendom / © Erika Rebmann (KNA)
Blick auf den Tempelberg mit Felsendom / © Erika Rebmann ( KNA )

Wie israelische Medien am Sonntag berichteten, habe die Polizei die Häuser mehrerer Aktivisten der Gruppe durchsucht, die jüdische Souveränität über den Jerusalemer Tempelberg fordern. Für das bevorstehende Pessachfest sowie die Kar- und Osterfeiern kündigte die Polizei erhöhte Sicherheitsmaßnahmen an.

Seit mehreren Jahren versuchen jüdische Aktivisten, ein Pessachopfer an der von der muslimischen Waqf-Behörde verwalteten heiligen Stätte stattfinden zu lassen. Wie israelische Medien berichteten, hatten Sicherheitskräfte am vergangenen Donnerstag erstmals die Durchführung der rituellen Schlachtung im jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt genehmigt. Hunderte Anhänger der Tempelbergbewegung nahmen demnach an der Nachstellung des Pessachopfers vor der Hurvasynagoge teil.

Heilige Stätte für viele Religionen

Der Tempelberg ist für Juden, Muslime und Christen eine wichtige Heilige Stätte. Bis zur Zerstörung durch die Römer im Jahr 70 befand sich an dieser Stelle der jüdische Tempel, zentrales Heiligtum Israels. Zahlreiche biblische und religiöse Überlieferungen wie die Erschaffung Adams und Evas, die Opferung Isaaks oder aufseiten des Islam die Himmelsreise Mohammeds sind mit dem Ort verbunden. An Besuchen nationalistischer Israelis auf dem Tempelberg sowie an jüdischen Forderungen nach Gebetsrechten auf dem Tempelberg entzündete sich in der Vergangenheit wiederholt teils gewalttätiger Protest von Palästinensern.

Verstärkte Polizeipräsenz

Die Polizei kündigte zum bevorstehenden Pessach- und Osterfest den Einsatz von mehr als 3.500 Polizisten in und um die Jerusalemer Altstadt an. Demnach werden zum traditionellen Priestersegen an der Klagemauer am Donnerstag mehr als 100.000 jüdische Besucher erwartet. Für die griechisch-orthodoxe Liturgie des "Heiligen Feuers" am Samstagmittag rechnet die Polizei mit mehr al 50.000 christlichen Pilgern in der Jerusalemer Altstadt.

Quelle:
KNA