Chinesische Anklage gegen Katholischen Verleger in Hongkong

Jimmy Lai soll "geheime Absprachen" mit dem Ausland getroffen haben

Der Medienunternehmer und Hongkonger Demokratie-Aktivist Jimmy Lai ist erneut angeklagt worden. Dem Katholiken drohen bis zu zehn Jahre Haft. Er verlegt die chinakritische Tageszeitung "Apple Daily".

Der Medienunternehmer und Hongkonger Demokratie-Aktivist Jimmy Lai verhaftet / © Kin Cheung (dpa)
Der Medienunternehmer und Hongkonger Demokratie-Aktivist Jimmy Lai verhaftet / © Kin Cheung ( dpa )

Der katholische Hongkonger Medienmagnat Jimmy Lai wurde wegen Verstoßes gegen das chinesische Gesetz über die nationale Sicherheit Hongkongs angeklagt. Lai würden "geheime Absprachen" mit dem Ausland vorgeworfen, berichteten Medien in Hongkong am Freitag. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahren Haft. Bereits Anfang Dezember war der Verleger der chinakritischen Tageszeitung "Apple Daily" wegen Betrugs angeklagt worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Das Gericht lehnte eine Freilassung auf Kaution bis zum voraussichtlichen Beginn des Verfahrens im April 2021 ab. Lai ist eine der prominentesten Personen der chinakritischen Hongkonger Demokratiebewegung. Die "Apple Daily" gilt als deren Sprachrohr.

Weitere Verhaftungen

Ebenfalls am Freitag wurde wegen "Entweihung" der chinesischen Flagge sowie der Teilnahme an einem Protest der Demokratiebewegung ein 19-jähriger Student von einem Gericht schuldig gesprochen. Auf jedes dieser Vergehen stehen bis zu drei Jahren Haft. Das Strafmaß werde am 29. Dezember verkündet, hieß es in Hongkonger Medien.

Sicherheitsgesetz gegen Demokratiebewegung

In Hongkong läuft seit dem Inkrafttreten des Sicherheitsgesetzes am 1. Juli die Niederschlagung der Demokratiebewegung. Abgeordnete der demokratischen Opposition wurden disqualifiziert, Dutzende Aktivisten festgenommen und angeklagt sowie die Pressefreiheit massiv eingeschränkt. Am Mittwoch wurden mit Joshua Wong, Agnes Chow und Ivan Lam drei prominente Führer der Demokratiebewegung zu Haftstrafen zwischen sieben und dreizehn Monaten verurteilt.

Katholisches Bistum in Hongkong chinatreu

Mit einer Reihe von Erlassen hat das katholische Bistum Hongkong in den vergangenen Monaten seine Priester und Schulen zu einem Wohlverhalten gegenüber der Regierung und China verpflichtet. Das Bistum Hongkong wird seit dem Tod von Bischof Michael Yeung im Januar 2019 von dem als chinatreu geltenden ehemaligen Bischof Kardinal John Tong Hon verwaltet.

Quelle:
KNA
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