Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, hat zu Ostern dazu aufgerufen, sich aktiv für die Auferstehungsbotschaft zu entscheiden.
"Ostern ist kein Satz, den man wiederholt; es ist eine Tür, durch die man hindurchgehen muss", so der italienische Franziskaner laut Manuskript in seiner Osterpredigt in der Grabeskirche.
Feier in verschlossener Grabeskirche
Die zentrale Auferstehungsmesse fand aufgrund kriegsbedingter behördlicher Einschränkungen hinter verschlossenen Türen im Kreis der in der Kirche lebenden Ordensleute statt.
Die Leere des Grabs Christi am Ostermorgen sei "keine Abwesenheit, sondern eine Verkündigung", so Pizzaballa. In ihr liege die Herausforderung von Ostern: Gott lasse sich nicht festhalten, der Auferstandene sei "nicht durch die Grenzen unserer Gewissheiten eingeschränkt". Glaube sei daher "niemals ohne Bewegung". Er bedeute Wagnis, statt Gewohnheit und fordere, selbst in schwierigen Zeiten Vergebung, Wahrheit und Hoffnung zu wählen.
Zu viele Gräber werden erneut ausgehoben
Pizzaballa verwies auf die Lage im Heiligen Land, in dem "zu viele Gräber durch Hass, Gewalt und Vergeltung erneut ausgehoben" worden seien. Es scheine, als würde Jesus jedes Mal wieder in ein Grab gelegt, "wenn wir glauben, dass der Tod das letzte Wort über die Geschichte hat, jedes Mal, wenn wir uns der Logik des Feindes fügen, jedes Mal, wenn wir einen bewaffneten Waffenstillstand 'Frieden' und die Berechnung von Schäden 'Gerechtigkeit' nennen", so Pizzaballa.
Dabei sei das leere Grab Christi die einzige Waffe, die Auferstehung "die einzige Hoffnung, die hier und jetzt noch die Tore des Friedens öffnen kann". Durch Ostern sei der Stein vor dem Grab weggerollt, aber es bleibe in der Entscheidung eines jeden, "hinauszugehen und das neue Leben anzunehmen".