Italien debattiert über Sicherung von Kirchen

"Keine Zeit für eine Planung"

Nach den verheerenden Erdbeben in Italien hat die Region Umbrien Medienvorwürfe zurückgewiesen, sie habe zu wenig zur Sicherung von Kirchen getan. Unterdessen bekundete Papst Franziskus erneut Solidarität mit den Betroffenen.

Eingestürzte Kirche in Norcia / © Massimo Percossi (dpa)
Eingestürzte Kirche in Norcia / © Massimo Percossi ( dpa )

Der Zeitraum zwischen den Beben vom 26. und 30. Oktober sei zu kurz gewesen, um Schutzmaßnahmen treffen zu können, sagte die Leiterin der umbrischen Aufsichtsbehörde für Baudenkmäler, Maria Mercalli, der Zeitung "La Stampa".

Man habe sich etwa unmittelbar nach dem ersten Beben die Schäden an der mittelalterlichen Abtei Sant'Eutizio in Preci inspiziert. Vier Tage hätten aber für eine Projektplanung nicht ausgereicht. Die Vertreterin Umbriens äußerte zugleich die Einschätzung, dass ein umfassender Wiederaufbau der Kirchen und andere Baudenkmäler nur mit ausländischer Hilfe möglich sei.

Franziskus zeigt sich solidarisch

Papst Franziskus rief unterdessen am Mittwochabend den Erzbischof von Norcia-Spoleto, Renato Boccardo, an, um der Region seine Solidarität zu bekunden. Dabei äußerte sich der Papst laut Boccardo auch betrübt über die eingestürzten Kirchen. Ein "Erbe des Glaubens" sei damit verloren. Ministerpräsident Matteo Renzi hatte am Mittwoch angekündigt, die Benedikts-Kirche in Norcia solle zügig wiederaufgebaut werden.

Das Beben vom 30. Oktober mit einer Stärke von 6,5 auf der Richterskala brachte in Mittelitalien mehrere Kirchen zum Einsturz; viele weitere wurden beschädigt. Die bis auf die Fassade eingestürzte Kirche des heiligen Benedikt in Norcia wurde zum Sinnbild der Zerstörung. Bereits das erste, schwächere Beben vom 26. Oktober hatte etliche Kirchen in Mitleidenschaft gezogen.


Papst Franziskus / © Cristian Gennari (KNA)
Papst Franziskus / © Cristian Gennari ( KNA )
Quelle:
KNA