Internationaler Kongress Renovabis zur Arbeitsmigration

"Aufbruch in ein besseres Leben?"

Der Internationale Kongress Renovabis steht in diesem Jahr unter dem Motto "Aufbruch in ein besseres Leben? Herausforderung faire Arbeitsmigration". An diesem Mittwoch und Donnerstag wird die Thematik in München erörtert.

Symbolbild Ausbildung im Handwerk / © VanoVasaio (shutterstock)
Symbolbild Ausbildung im Handwerk / © VanoVasaio ( shutterstock )

Getagt wird in der Hochschule für Philosophie der Jesuiten, wie das katholische Osteuropahilfswerk in Freising mitteilte. Auf dem Treffen, das in Präsenz und online stattfindet, sollen die negativen wie auch die positiven Aspekte aufgegriffen werden. In einem einführenden Referat beleuchtet Axel Kreienbrink vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Rahmen, Umfang und Herausforderungen von Arbeitsmigration.

Die Perspektive aus Mittel- und Osteuropa nehmen Prälat Arnold Drechsler aus Opole/Polen und Andrij Waskowycz aus Kiew/Ukraine in den Blick, wie es heißt.

Pfarrer Peter Kossen / © Lars Berg (KNA)
Pfarrer Peter Kossen / © Lars Berg ( KNA )

Aus der Praxis in Deutschland berichteten Philipp Schwertmann aus Berlin und Pfarrer Peter Kossen von der "Aktion Würde und Gerechtigkeit" in Lengerich. In sechs Arbeitskreisen wollten Experten und Teilnehmende einzelne Aspekte genauer untersuchen, angefangen von der Situation in der Pflege und Alltagsbetreuung über die Auswirkungen von Migration auf die Familien in den Heimatländern, die Gefahr des Menschenhandels oder den Arbeitsschutz.

Katastrophale Zustände in Fleischfabriken

Die Bilder von katastrophalen Zuständen in Fleischfabriken und Unterkünften wurden laut Mitteilung in der Pandemie offensichtlich.

Beschäftigte in der Fleischindustrie / © Evgeniy Kalinovskiy (shutterstock)
Beschäftigte in der Fleischindustrie / © Evgeniy Kalinovskiy ( shutterstock )

Zugleich sei deutlich geworden, ohne Erntehelfer aus Ländern wie Rumänien, Polen oder Bulgarien funktioniere die deutsche Landwirtschaft längst nicht mehr. Pflegekräfte aus dem Osten Europas würden dringender gebraucht denn je, und in Herkunftsländern fehlten die Arbeitskräfte, Paare müssten sich trennen, Kinder häufig ohne ihre Eltern aufwachsen.

Dennoch sollte Arbeitsmigration nicht nur negativ gesehen werden, heißt es in der Ankündigung. Sie könne sich auch zu einer Win-win-Situation entwickeln, etwa wenn Arbeitsmigranten ihre Familien zu Hause finanziell unterstützten und so zur Verbesserung der dortigen Lebensverhältnisse beitrügen oder wenn sie später dauerhaft in ihre Heimat zurückkehrten und dort ihre Erkenntnisse sowie Erfahrungen einsetzen könnten. - Der Internationale Kongress Renovabis findet zum 26. Mal statt.

Renovabis

Das Hilfswerk Renovabis versteht sich als Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit Osteuropa. Es wurde 1993 auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) von den deutschen Bischöfen gegründet. Seither gibt es jedes Jahr eine mehrwöchige bundesweite Aktion. Sie endet jeweils am Pfingstsonntag mit einer Kollekte in den katholischen Gottesdiensten in Deutschland. Der lateinische Name des Hilfswerks geht auf einen Bibelpsalm zurück und bedeutet "Du wirst erneuern".

 © Renovabis
© Renovabis
Quelle:
KNA