Indigene in Kanada kritisieren Planung der Papstreise

Nicht gefragt worden

Im Vorfeld der Papstreise nach Kanada erhebt die Indigenen-Vereinigung "Assembly of First Nations" Vorwürfe gegen die Organisatoren. Diese hätten das Programm ohne Rücksprache mit den Indigenen geplant, heißt es in einem Brief.

Mitglieder der "First Nations" (Kanada) gehen nach einer Audienz über den Petersplatz im Vatikan (Archiv) / © Paul Haring/CNS Photo (KNA)
Mitglieder der "First Nations" (Kanada) gehen nach einer Audienz über den Petersplatz im Vatikan (Archiv) / © Paul Haring/CNS Photo ( KNA )

Im Mittelpunkt habe das Interesse der örtlichen Katholiken gestanden. "Es wurden Leute zu bestimmten Veranstaltungen eingeladen, die dort nichts zu suchen haben", heißt es in dem Schreiben.

Im Unterschied zu den drei Besuchen von Johannes Paul II. (1978-2005) in Kanada kündigte Papst Franziskus eine "Bußpilgerreise" an.

Entschuldigung und materielle Entschädigung

Indigene Opfer von Missbrauch und Misshandlung in katholischen Internaten verlangten neben einer Entschuldigung auch materielle Entschädigung. Weiter wurde die Forderung laut, die Kirche solle sich ausdrücklich von der Haltung distanzieren, die die europäische Expansion ab dem 15. Jahrhundert begünstigte.

Katholische Kirche in Kanada

Die katholische Kirche in Kanada hat eine vergleichsweise junge Geschichte. Mit den Europäern und ihrer Kolonialisierung Anfang des 17. Jahrhunderts kam der Katholizismus in die "Neue Welt". So waren es zunächst die Franzosen, die Missionare ins heutige Kanada schickten. Trotz der späteren Eroberung durch die Briten wuchs der Katholizismus in dem Land weiter.

Eine Kirche in Kanada / © Bob Silverman CDN (shutterstock)
Eine Kirche in Kanada / © Bob Silverman CDN ( shutterstock )
Quelle:
KNA