Bischof Voderholzer kritisiert Arbeitspapier zu Synodalem Weg

"Ich protestiere gegen dieses Vorgehen"

Dicke Luft im Vorfeld der nächsten Runde des Synodalen Wegs, der mit fünf Regionalkonferenzen am Freitag wieder startet. Bischof Voderholzer kritisiert die Vorbereitung der Konferenzen als nicht korrekt.

Bischof Rudolf Voderholzer bei Synodalversammlung / © Harald Oppitz (KNA)
Bischof Rudolf Voderholzer bei Synodalversammlung / © Harald Oppitz ( KNA )

Mit fünf Regionalkonferenzen soll am Freitag der von den Bischöfen und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) Anfang des Jahres gestartete Synodale Weg weitergehen. Doch noch bevor die Teilnehmer ihre Diskussion über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland fortsetzen, gibt es Protest. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer kritisierte am Mittwoch in einem Offenen Brief einen für das Treffen vorbereiteten Text der Arbeitsgruppe zur Rolle der Frauen in der Kirche. 

Keine Gelegenheit für Anmerkungen

Voderholzer führt in dem Schreiben an, dass er als Mitglied der dazu eingerichteten Arbeitsgruppe nicht formal korrekt in die Erarbeitung des Entwurfs eingebunden worden sei. Nachdem "aus zeitlichen Gründen" eine vereinbarte Abstimmungsrunde zur Einarbeitung von Änderungen ausgefallen sei, habe er keinerlei Möglichkeit gehabt, sich zu der vorliegenden Fassung zu äußern, schreibt Voderholzer. "Ich protestiere gegen dieses Vorgehen!" 

"Verfälschte Bibeltheologie"

Weiter warnt der Bischof vor einer "einseitig verfälschten Bibeltheologie" in dem Papier. Wenn er den Satz lesen müsse "Jesus hat Jüngerinnen und Jünger, weiht niemanden", dann frage er sich, was eine solche Aussage solle. Auf dieser Ebene ließe sich auch sagen, dass Jesus niemanden getauft, gefirmt habe oder sonntags nicht zur Messe gegangen sei. Es werde verschleiert, dass sich das Verständnis der Sakramente erst nach Tod und Auferstehung Jesu entwickelte. 

Manipulatives Arbeitspapier?

Er hoffe nicht, so Voderholzer, dass das Arbeitspapier des Frauen-Forums dazu diene, die Teilnehmer der Regionalkonferenzen in eine bestimmte Richtung zu lenken. "Ich muss zugeben, dass mich ein solches Verhalten sehr enttäuschen und ratlos machen würde." Vor allem aber verwahrt sich der Bischof eigenen Worten zufolge gegen den in dem Papier zum Ausdruck kommenden Argumentationsstil, "der jedes theologische Niveau vermissen lässt".

Quelle:
KNA
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