Hoch zu Ross in die Bischofskirche des Papstes

 (DR)

Frankreichs achter Präsident Emmanuel Macron (40) hat allerlei Privilegien. Wenn er Ende Juni nach Rom reist, um mit Papst Franziskus zusammenzutreffen, könnte er auch sein Amt als geborener Ehrenkanoniker der römischen Lateranbasilika in Besitz nehmen, der Bischofskirche des Papstes.

Das Oberhaupt des französischen Staates hat dieses Privileg seit 1604. Es ist sogar verbunden mit dem Recht, hoch zu Ross in die Kirche einzureiten. Der Papst hatte dies damals König Heinrich IV. zugestanden - nach seinem Übertritt vom Protestantismus zum Katholizismus und einer hohen Spende für die königliche Abtei an der Basilika.

Im Gegenzug verpflichtete sich die Bischofskirche des Papstes, jedes Jahr den 13. Dezember, den Geburtstag des Königs, zu feiern. Die Messintention zu diesem Tag lautet auch heute noch "pro felici ac prospero Galliae status" ("für das Glück und den Wohlstand Frankreichs").

Seit 1957 haben drei Staatsoberhäupter - Georges Pompidou, Francois Mitterrand und Francois Hollande - auf die Annahme des Titels verzichtet. Nicolas Sarkozy (2007-2012) hingegen reiste dafür nach Rom. Macron hat den angebotenen Ehrentitel der Papstbasilika kurz nach seiner Wahl im Mai 2017 angenommen; die Inbesitznahme steht bislang noch aus.

(KNA / 4.5.18)