Historiker Nolte besorgt über Spaltung der Gesellschaft

Corona-Demos als Hilferuf ernst nehmen

Nicht belächeln, sondern ernstnehmen, sagt der Historiker Paul Nolte mit Blick auf die Demonstrationen gegen die Corona-Politik der Bundesregierung. Sie würden nämlich auf eine Spaltung der Gesellschaft in Eliten hinweisen.

Kundgebung gegen Corona (Archiv) / © Christoph Soeder (dpa)
Kundgebung gegen Corona (Archiv) / © Christoph Soeder ( dpa )

Der Historiker Paul Nolte ruft dazu auf, Demonstrationen gegen die Corona-Bestimmungen ernstzunehmen. "Da haben wir dieses Phänomen von einem Grummeln im Volk, dem die intellektuelle, die akademische, die gedankliche Führung abhandengekommen ist", sagte Nolte am Wochenende dem Bayerischen Rundfunk in München.

Das verweise auf ein Problem, auf eine Realität, auf eine Spaltung der Gesellschaft in Gebildete, in Eliten. Die Demonstranten erhöben den Vorwurf: "Ihr seid die Eliten, und wir sind von euch abgekoppelt." Nolte mahnte: "Insofern müssen wir gerade diese Hilflosigkeit, etwas zu artikulieren, auch ernst nehmen."

Grundrechte aufrechterhalten

Nolte betonte, die Demonstrationsfreiheit sei ein hohes Gut. "Wir müssen ja auch im Blick behalten, die sich da äußern, dass es denen ja auch um die Einschränkung von Grundrechten geht. Wir sollten alles tun, um diese Grundrechte, um die Demonstrationsfreiheit möglichst aufrechtzuerhalten, gerade am Reichstag und im politischen Zentrum Berlins."


Quelle:
KNA