Hamburger Erzbischof sagt als Zeuge in Kölner Missbrauchsprozess aus

Heße war Personalverantwortlicher

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße soll an diesem Dienstag als Zeuge in einem Missbrauchs-Prozess vor dem Kölner Landgericht aussagen. Es geht um einen Fall im Erzbistum Köln, dessen Personalverantwortlicher Heße von 2006 bis 2012 war.

Symbolbild Gerichtssaal / © Corgarashu (shutterstock)

Angeklagt ist ein katholischer Priester aus Gummersbach, dem der sexuelle Missbrauch von drei seiner zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt minderjährigen Nichten vorgeworfen wird. Die ersten Taten sollen in den 1990er Jahren stattgefunden haben. Die Anklage wurde im Nachgang um zwei weitere Tatvorwürfe des Missbrauchs an Minderjährigen aus dem Jahr 2011 ergänzt.

Besondere Bedeutung des Falls

Die Hauptverhandlung wurde bereits im November eröffnet. Der Fall findet auch besondere Erwähnung in einem Rechtsgutachten über den Umgang des Erzbistums mit sexualisierter Gewalt, das im März vergangenen Jahres veröffentlicht wurde. Das Gutachten wirft in einem Zwischenfazit Heße eine Verletzung der Aufklärungspflicht in seiner früheren Funktion vor. Heße hatte nach der Veröffentlichung des Gutachtens dem Papst seinen Rücktritt als Hamburger Erzbischof angeboten, den der Papst jedoch nicht annahm.

Stefan Heße / © Julia Steinbrecht (KNA)
Stefan Heße / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
epd