Unbekannte schänden Synagoge von Biel

Hakenkreuz eingeritzt

"Sieg Heil" und "Juden Pack" haben unbekannte in die Tür der Synagoge von Biel in der Schweiz eingeritzt. Es war nicht der erste antisemitische Akt in der Westschweiz in den vergangenen Wochen. Der Bischof von Basel hat die Tat verurteilt. 

Symbolbild: Hakenkreuz auf einen Grabstein geschmiert / © Hadrian (shutterstock)
Symbolbild: Hakenkreuz auf einen Grabstein geschmiert / © Hadrian ( shutterstock )

An die Tür der Synagoge von Biel haben Unbekannte antisemitische Parolen und Zeichen geschmiert. Mit einem scharfen Gegenstand seien ein Hakenkreuz und die Parolen "Sieg Heil" und "Juden Pack" eingeritzt worden, teilte der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG, Donnerstag) mit. Er zeigte sich "zutiefst schockiert" über den "schweren antisemitischen Vorfall". Der Basler katholische Bischof Felix Gmür verurteilte die Tat "aufs Schärfste".

Ein Passant habe die Polizei am Morgen informiert, hieß es. Eine Untersuchung sei eingeleitet. Bislang gebe es aber noch keine weiteren Hinweise zu Täterschaft oder Hintergründen. Der jüdischen Gemeinde in Biel gehören 30 bis 40 Mitglieder an.

Mehrere Angriffe in den vergangenen Wochen

Die Westschweiz war in jüngster Zeit mehrfach Schauplatz von antisemitischen Akten. Ende Januar war vor der Synagoge in Lausanne eine Packung Speck und ein ausgestopftes Schwein deponiert worden. Anfang Februar wollte eine Frau zunächst die Türen der Synagoge von Genf mit Schweinetranchen verschmieren. Mitte Januar wurde in Zürich eine Online-Veranstaltung der Gemeinde gekapert. Unbekannte störten das Programm mit obszönen und verletzenden Bildern, darunter Hakenkreuze und Hitlerbilder.

Schändungen von Synagogen seien in der Schweiz sehr selten, sagte SIG-Generalsekretär Jonathan Kreutner. In den vergangenen zehn Jahren habe es keine solchen Taten gegeben, nun aber binnen weniger Wochen mehrere "sehr gravierende" Akte. "In Zeiten von Epidemien werden Juden schnell mal zum Sündenbock gemacht", so Kreutner. Die Menschen seien derzeit sehr angespannt.

Quelle:
KNA