Bundesligisten verpflichten sich zu Kampf gegen Antisemitismus

"Vorbildlicher Schritt"

Vier Bundesliga-Clubs in Nordrhein-Westfalen haben sich in besonderer Weise dem Kampf gegen Antisemitismus verpflichtet. Die Initiative dazu ist von der NRW-Antisemitismusbeauftragten Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ausgegangen.

Schild gegen Antisemitismus auf einer Demo (Archivbild) / © Christophe Gateau (dpa)
Schild gegen Antisemitismus auf einer Demo (Archivbild) / © Christophe Gateau ( dpa )

Der 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf und der VfL Bochum übernahmen die Arbeitsdefinition der IHRA (International Holocaust Remembrance Alliance) zur Bekämpfung von Antisemitismus, wie die NRW-Staatskanzlei am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Mit dem vorbildlichen Schritt sollten weitere Fußballvereine insbesondere aus dem Amateurbereich beim Kampf gegen Antisemitismus mobilisiert werden.

Die Vereine schlossen sich den Angaben zufolge bei einer digitalen Veranstaltung der IHRA-Definition im Beisein der nordrhein-westfälischen Sport-Staatssekretärin Andrea Milz (CDU) und der Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD), an. Die Initiative dazu sei von der nordrhein-westfälischen Antisemitismusbeauftragten Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ausgegangen.

Bekenntnis wirke tief in alle gesellschaftlichen Bereiche

"Ich begrüße dieses Engagement der vier Fußballclubs sehr, denn ihr Bekenntnis gegen Antisemitismus und für die Menschenwürde wirkt tief in alle gesellschaftlichen Bereiche", so Leutheusser-Schnarrenberger. "Dies zeigt, dass Antisemitismus uns alle angeht und nirgendwo einen Platz in Deutschland hat - auch in keinem Fußballstadion und in keinem Fußballverein."

Im Oktober 2020 hatten mit Borussia Dortmund und Tennis Borussia Berlin erstmals deutsche Profi-Fußballvereine die IHRA-Arbeitsdefinition angenommen. Im Zuge des diesjährigen Holocaust-Gedenktages folgten weitere Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie die Deutsche Fußball Liga (DFL) am 8. Februar.

In der Definition heißt es: "Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass gegenüber Jüdinnen und Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen."

Quelle:
KNA