Großes Baugerüst am Hauptaltar des Petersdoms geplant

Barockes Werk in Stahl

Der berühmte Bernini-Baldachin, der sich um und über dem Hauptaltar im Petersdom befindet, wird restauriert. Die Bronze-, Holz und Marmorteile müssten von Schmutz- und Fettablagerungen befreit werden, so der Kulturgut-Leiter in Rom.

Blick von oben auf den Bronzebaldachin von Gian Lorenzo Bernini über dem Hauptaltar im Petersdom im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Blick von oben auf den Bronzebaldachin von Gian Lorenzo Bernini über dem Hauptaltar im Petersdom im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Das Gerüst werde den Baldachin "wie eine Art Matrjoschka-Puppe umschließen, ohne ihn zu berühren", erklärte der Kulturgut-Leiter der Dombauhütte, Pietro Zander, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Am Altar könnten aber weiterhin Gottesdienste gefeiert werden.

Restaurierung ab Februar 

Die Arbeiten beginnen laut Angaben in der zweiten Februarwoche. Sie sollen pünktlich vor der Eröffnung des Heiligen Jahres am 24. Dezember abgeschlossen sein. Zu diesem Pilgerereignis werden in zwölf Monaten mehrere Millionen Besucherinnen und Besucher im Vatikan und in Rom erwartet.

Hauptaltar im Petersdom (shutterstock)

Die Restaurierungskosten in Höhe von 700.000 Euro übernehmen vollständig die Kolumbusritter, eine konservative Laienorganisation aus den USA.

Seinen berühmten Baldachin schuf der italienische Bildhauer Gian Lorenzo Bernini (1598-1680) zwischen 1624 und 1633. 

Das barocke Prunkwerk steht unter der Kuppel des Petersdoms und über dem Hochaltar der Basilika - und somit über dem Grab des Apostels Petrus, des ersten Papstes und Namensgebers der Kirche. 

30 Meter hoch und 63 Tonnen schwer

Die Restaurierung habe daher auch einen großen symbolischen Wert, sagte der Erzpriester des Petersdoms, Kardinal Mauro Gambetti.

Der Baldachin ist fast 30 Meter hoch und 63 Tonnen schwer. Er ist unter anderem mit lebensgroßen Engeln, goldenen Lorbeerranken und dem Familienwappen der Barberini verziert. Aus diesem Adelsgeschlecht stammte Papst Urban VIII. (1623-1644), Auftraggeber des Kunstwerks. Zuletzt wurde es vor rund 250 Jahren restauriert.

Bistum Rom

Das Bistum Rom nimmt eine Sonderstellung ein: Es ist der Sitz des jeweils amtierenden Papstes, der gleichzeitig immer der Bischof von Rom ist. Ein päpstlicher Vikar, der das Bistum Rom für den Papst verwaltet, ist erstmals unter Innozenz III. 1198 bezeugt. 1558 bestimmte Papst Paul IV., dass der Vikar jeweils ein Kardinal sein muss.

Der Lateranpalast in Rom (Archivbild) / © Gerlinde Pfirsching (KNA)
Der Lateranpalast in Rom (Archivbild) / © Gerlinde Pfirsching ( KNA )
Quelle:
KNA