Bündnis fordert Evakuierung von Kindern an belarussischer Grenze

Große humanitäre Krise

Ein Zusammenschluss mehrerer Hilfsorganisationen hat Kinderrechtsverletzungen an der polnisch-belarussischen Grenze kritisiert. An die Politik richtet sich die Forderung, Kinder und Familien aus der Grenzregion in Sicherheit zu bringen.

Migranten in Belarus / © Oksana Manchuk (dpa)
Migranten in Belarus / © Oksana Manchuk ( dpa )

Die aktuelle und die zukünftige Bundesregierung müssten sich dafür einsetzen, dass insbesondere Kinder und ihre Familien schnellstmöglich aus der Grenzregion gebracht werden könnten, erklärte die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl als Teil des Bündnisses in Frankfurt.

Um mittelfristig die Situation an den EU-Außengrenzen zu verbessern, forderte das Netzwerk zudem Ergänzungen zu individuellen Asylverfahren und humanitären Aufnahmeprogrammen sowie den Ausbau anderer legaler Zugangswege und die Senkung von Hürden für Familienzusammenführungen.

Illegale "Push-Backs" unterbinden

Zugleich müssten nach EU-Recht illegale "Push-Backs" von Migranten unterbunden und Mitgliedsstaaten, die sich dem verweigerten, sanktioniert werden, hieß es. "Kinder und Familien dürfen nicht zum Opfer regionaler Macht- und europäischer Abschottungspolitik werden", so der Appell der Hilfswerke.

Die Situation für die mehreren tausend Menschen im polnisch-belarussischen Grenzgebiet hatte sich in den vergangenen Tagen weiter verschärft. Hilfsorganisationen sehen eine humanitäre Krise, insbesondere wegen abnehmender Temperaturen; mehr als zehn Menschen seien bereits mutmaßlich an Unterkühlung gestorben, darunter zuletzt auch ein 14-jähriger Junge und ein Kleinkind.

Internationaler Tag der Kinderrechte

Zu den insgesamt 27 Unterzeichnern des Appells anlässlich des internationalen Tags der Kinderrechte an diesem Samstag gehören auch die Hilfswerke Brot für die Welt, die Diakonie, der Paritätische Gesamtverband sowie der Jesuiten-Flüchtlingsdienst in Deutschland.

Quelle:
KNA
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