Auswirkungen des Coronavirus in Jerusalem

Grabeskirche vorerst geschlossen – weiterhin Gottesdienste

Die Jerusalemer Grabeskirche bleibt aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus geschlossen. Die drei an dem Gotteshaus beteiligten Konfessionen kündigten an, die Gottesdienste weiter fortzuführen.

Grabeskirche in Jerusalem / © Debbie Hill (KNA)
Grabeskirche in Jerusalem / © Debbie Hill ( KNA )

"Aus Sicherheitsgründen und um das Risiko der Verbreitung der Covid-19-Infektionen zu vermeiden, wird die Zahl der Teilnehmer an den Feiern begrenzt und die Basilika wird ausschließlich während der Liturgien zugänglich sein", heißt es in einer Mitteilung von Donnerstag.

Vorerst für eine Woche geschlossen

Die Gebete der in der Grabeskirche lebenden Gemeinschaften "werden fortgeführt und eher intensiviert werden", um die Genesung der Kranken, den Schutz des medizinischen Personals, "Weisheit für Hirten und Regierende und das ewige Heil für diejenigen, die ihr Leben verloren haben", so die Erklärung. Unterzeichnet ist die Stellungnahme von Franziskanerkustos Francesco Patton, dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Theophilos III. und dem armenischen Patriarchen Nourhan Manougian.

Die Basilika war am Mittwochabend auf Anweisung des israelischen Gesundheitsministeriums früher als üblich geschlossen worden. Die außergewöhnliche Schließung gelte zunächst für eine Woche, bestätigte der Medienberater der katholischen Bischöfe im Heiligen Land, Wadie Abunassar, auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Seit Mittwochabend gelten verschärfte Regulierungen des Ministeriums, die die Bewegungs- und Versammlungsfreiheit im Land stark einschränken.

Interreligiöses Gebet gegen Corona-Pandemie Vertreter der verschiedenen Religionen im Heiligen Land Gott um ein Ende der Corona-Pandemie bitten. Zu der Initiative des Jerusalemer Bürgermeisters Mosche Leon werden am Donnerstagmittag ranghohe jüdische, muslimische und christliche Vertreter sowie Repräsentanten der Drusen und der Bahai im Rathaus erwartet, so die Franziskanerkustodie in Jerusalem. Jede Religion werde ein Gebet nach ihrer eigenen Tradition sprechen.

Weitere Einschränkungen

Am Mittwochabend traten zudem verschärfte Regulierungen des Ministeriums in Kraft. Demnach darf das Haus nur noch zu notwendigen Lebensmitteleinkäufen und dringenden Arztbesuchen verlassen werden - sowie im Umkreis von 100 Metern um das Haus zu Freizeitzwecken. Ausgenommen sind Arbeitnehmer als systemrelevant eingestufter Bereiche. Der öffentliche Verkehr wird auf ein Viertel der normalen Kapazität eingeschränkt; die Nutzung von Taxis ist auf einen Fahrgast pro Fahrt beschränkt.

Das israelische Oberrabbinat kündigte ebenfalls am Mittwoch eine Schließung aller Synagogen des Landes bis auf weiteres an. Das Gebet unter freiem Himmel bleibt erlaubt. Mehr als 30 Prozent der Patienten, die sich im öffentlichen Raum mit dem Coronavirus angesteckt hatten, besuchten laut Berichten Synagogen und andere religiöse jüdische Einrichtungen.

Quelle:
KNA
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