Thomas Gottschalk (75), Entertainer-Legende im Ruhestand, hat sich vier Monate nach seinem TV-Abschied wegen einer Krebserkrankung einem Medienbericht zufolge in der Öffentlichkeit gezeigt. Wie die "Bild"-Zeitung schreibt, war der langjährige Moderator von "Wetten, dass..?" an Ostern mit seiner Frau Karina zu Gast im "Bräustüberl Tegernsee", das sich in einem ehemaligen Kloster befindet.
"Der Kardinal war gerade da!! Doch jetzt komm' ich"
Ein Bild der Familie veröffentlichte die Gastwirtschaft auf Instagram. Zudem trug sich Gottschalk den Angaben zufolge ins Gästebuch ein, in dem zuvor der Münchner Kardinal Reinhard Marx einen Eintrag hinterlassen hatte.
Gottschalk nahm darauf Bezug und verewigte sich, wie auf einem Foto in der "Bild"-Zeitung zu sehen ist, mit den Worten: "Der Kardinal war gerade da!! (Nach der Weihe!). Doch jetzt komm" ich!" (Ich war der Nächste in der Reihe!) Wetten, dass...". Dazu zeichnete der Entertainer ein Gesicht mit großer Nase.
Gemeinsame Veranstaltungen
Der Katholik Gottschalk und der 72 Jahre alte Kardinal kennen sich persönlich. Beide traten schon häufiger gemeinsam bei Veranstaltungen auf. So diskutierten sie etwa vor zehn Jahren über Papst Franziskus erschienenes Buch zur Barmherzigkeit. Mit geistlichen Würdenträgern hatte Gottschalk nie Berührungsängste. Auch der einstige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Karl Lehmann saß bei ihm auf der "Wetten, dass"-Couch.
In einem Interview mit der "Bunte" im letzten Dezember sprach Thomas Gottschalk über seinen Glauben und bekannte: "Mein Leben liegt in der Hand Gottes. Ich habe mir das Leben geben lassen. Und ich lasse es mir auch wieder nehmen."
Katholizismus prägte seine Kindheit
Gottschalk ist in einer katholischen Familie aufgewachsen. Das Kirchenjahr mit seinen Festen hat ihn geprägt, wie er in seinem letzten Buch "Ungefiltert" bekannte. Die "Sache mit Gott" begann für Gottschalk damit, dass er am 18. Mai 1950, an Christi Himmelfahrt, zur Welt kam. Seine schlesische Mutter, die mit ihrem Mann, einem Anwalt, nach der Vertreibung ein neues Zuhause im fränkischen, eher protestantischen Kulmbach gefunden hatte, war zur Entbindung ins katholische Bamberg gegangen.
Bereits als Kind habe er ständig "in der Einflugschneise des Heiligen Geistes" herumgestanden, notiert der Entertainer in "Herbstblond". Das Jesulein habe über seine kindliche Unschuld gewacht, der Schutzengel ihn als Sechsjährigen aus einem Kanalschacht geholt, in den er beim Spielen gefallen sei, "und der liebe Gott sieht sowieso alles".
Ferien in Klöstern und Pfarrhäusern
Geistliches Personal gehörte zum Dunstkreis von Gottschalks Jugend. Da war "Tante Hildegard", die als Nonne im Herz-Jesu-Kloster in Wien lebte. Vor allem aber war da "Onkel Hans", der sich besonders der Familie annahm, als Thomas Vater 1964 starb. Zurück ließ der Anwalt eine finanziell nicht abgesicherte Familie mit drei Kindern, das Jüngste gerade mal vier Jahre alt.
Ferien der Familie fanden oft in Klöstern oder Pfarrhäusern statt. "Ich fand die Grablegung eines bleichen Gips-Jesus am Karfreitag genauso spannend wie die dunkle Kirche in der Osternacht, die sich mit dem Ruf 'Lumen Christi' langsam erhellte."
Selbstverständlich diente Gottschalk als Ministrant. Er ging auf ein humanistisches Gymnasium und schaffte nach zwei Ehrenrunden auch das Abitur. Mit Erfolg machte er die Aufnahmeprüfung bei der Katholischen Journalistenschule ifp beim "großen Jesuiten" Wolfgang Seibel. Diesen ließ er 2018 beim 50-Jahr-Jubiläum der Einrichtung hochleben und fragte ihn: "Bin ich der Einzige, der daneben ging?" Der konterte: "Ich würde nicht sagen, der Einzige" – und interpretierte das "danebengehen" eher positiv.
Mehr Anlass zu Dankgebeten
Die Karriere von Thomas Gottschalk, die ihn vom Bayerischen Rundfunk hin zur großen TV-Unterhaltung führte, ist weithin bekannt. Trotz eines Hauses im kalifornischen Malibu, das 2018 ein Raub der Flammen wurde, verlor er nie die Bodenhaftung. "Ich bin in einem Alter, wo mehr Anlass zu Dankgebeten besteht als zu unsinnigen Bitten für weiteres Wohlergehen", wusste er schon vor zehn Jahren.
Auch kündigte er an: "Spätestens wenn einer zum Papst gewählt wird, der später geboren ist als ich, gehe ich verbindlich in Rente." Das ist nun passiert: Leo XIV., Jahrgang 1955. Der fünf Jahre ältere Gottschalk hält nun Wort.