Ökumenischer Kirchentag geht festlich zu Ende

Gottesdienst mit rund 400 Menschen

Mit einem festlichen Gottesdienst ist am Sonntag der dritte bundesweite Ökumenische Kirchentag in Frankfurt zu Ende gegangen. Rund 400 Menschen nahmen an der Feier an der Weseler Werft vor der Kulisse der Frankfurter Hochhäuser teil.

Volker Jung (l.), Erzpriester Radu Constantin Miron (m.) und Bischof Georg Bätzing (r.) / © Harald Oppitz (KNA)
Volker Jung (l.), Erzpriester Radu Constantin Miron (m.) und Bischof Georg Bätzing (r.) / © Harald Oppitz ( KNA )

Unter den Teilnehmenden war auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der Bundespräsident rief unmittelbar vor dem Gottesdienst zu gesellschaftlicher Versöhnung nach der Corona-Krise auf. Fehler müssten aufgearbeitet und entstandene Wunden geheilt werden. "Wir müssen wieder Brücken bauen zwischen Menschen und Gruppen, die die Pandemie verfeindet hat." Christen trügen dafür eine besondere Verantwortung. Steinmeier verurteilte erneut antisemitischen Hass auf Deutschlands Straßen. "Nichts rechtfertigt die Bedrohung von Juden in Deutschland oder Angriffe auf Synagogen in unseren Städten."

Gemeinsame Leitung

Der Gottesdienst wurde geleitet vom katholischen Limburger Bischof Georg Bätzing, dem Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, und dem griechisch-orthodoxen Erzpriester Radu Constantin Miron, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland ist.

In ihrer gemeinsamen Predigt riefen die methodistische Pastorin Mareike Bloedt und die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, Katharina Ganz, die Christen zum Einsatz für Gerechtigkeit in Gesellschaft und Kirche auf. Innerkirchlich gelte es, einseitige männliche Herrschaft zu überwinden, die Berufungen und Begabungen aller Getauften ernst zu nehmen, Betroffene von sexualisierter Gewalt in die Mitte zu stellen und die Menschenrechte in den eigenen Reihen zu respektieren, so Ganz.

Aufruf zur Solidarität von Jung und Alt

Bloedt rief zu gesellschaftlicher Solidarität zwischen Alten und Jungen auf. "Die Jugend war in dieser Krise solidarisch mit den Alten. Die Klimakrise bietet eine Chance für die Alten, sich mit der Jugend solidarisch zu zeigen", sagte sie. Es lohne, für eine Welt zu kämpfen, "wo Gewinnmaximierung und Effizienz weniger zählen als soziale Werte und Solidarität".

Bei leichtem Regen kam bei dem Gottesdienst erstmals ein wenig Kirchentagsstimmung auf. Wegen der Corona-Pandemie hatte das am Donnerstag begonnene Christentreffen weitgehend digital stattgefunden. Statt der ursprünglich geplanten über 2.000 Veranstaltungen gab es rund 100. Zentrale religiöse Themen waren Glaube und Spiritualität, Kirche und Macht sowie Ökumene. Auch der gesellschaftliche Zusammenhalt, das Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft sowie die Fragen der internationalen Zusammenarbeit angesichts von Klimakrise, wachsenden Spannungen zwischen den großen Mächten und der Folgen der Pandemie prägten den Kirchentag.

Autor/in:
Christoph Arens
Quelle:
KNA
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