Reaktionen auf die Vereidigung des neuen Bundeskanzlers

"Gottes Segen"

Die Kirchen und Religionsgemeinschaften haben dem neuen Bundeskanzler Olaf Scholz zu seiner Amteinführung am Mittwoch gratuliert. Viele freuten sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Kanzler und seiner Ampel-Koalition.

Der neu gewählte Bundeskanzler Olaf Scholz sitzt auf der Regierungsbank / © Michael Kappeler (dpa)
Der neu gewählte Bundeskanzler Olaf Scholz sitzt auf der Regierungsbank / © Michael Kappeler ( dpa )

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hat dem neuen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) für eine Wertschätzung gegenüber Kirchen und Religionsgemeinschaften im Koalitionsvertrag gedankt. Er gehe davon aus, dass es viele gesellschaftlich relevante Themen gebe, "zu denen wir bald ins Gespräch kommen sollten", erklärte Bätzing am Mittwoch in Bonn nach der Vereidigung von Scholz.

"Gottes Segen"

Es werde das gemeinsame Ziel sein, bei anstehenden Herausforderungen die Menschen im Blick zu haben und die Lebensverhältnisse "auf einem wertebasierten Fundament zukunftsweisend zu gestalten". Bätzing betonte: "Dazu fühlen wir uns als Kirche mit unseren kirchlichen Einrichtungen und unserem Engagement verpflichtet, und dazu möchten wir gerne unseren Beitrag leisten."

Bätzing gratulierte Scholz zur Wahl. In einem Glückwunschbrief wünscht er dem neuen Bundeskanzler und dessen Regierungsteam "alles Gute, viel Erfolg und Gottes reichen Segen".

Aus Scholz' Heimat

Der katholische Hamburger Erzbischof Stefan Heße hat dem neuen Bundeskanzler in einem Schreiben "alles Gute, Mut, Freude an der Aufgabe und einen guten ethisch-moralischen Kompass" gewünscht, wie das Erzbistum Hamburg am Mittwoch mitteilte.

Heße erinnerte demnach an den "Anker" des SPD-Politikers in Hamburg. Er glaube, dass die Hansestadt auch weiterhin eine besondere Rolle für Scholz spielen werde. Der Erzbischof schloss mit dem Wunsch, "die gute Zusammenarbeit, die in Hamburg begonnen hat", fortzusetzen.

Klimawandel, Zusammenhalt, Flucht

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, hat Olaf Scholz (SPD) in einem Schreiben gratuliert. Sie wünsche Scholz, dass ihn das "große Vertrauen", das ihm bereits entgegengebracht werde, und seine Erfahrung im Regierungshandeln stärken möge, erklärte die EKD am Mittwoch in Hannover. 

Kurschus zeigte sich dankbar, dass neben der Pandemie an vorderster Stelle für die neue Regierung "die Bekämpfung des Klimawandels, den Zusammenhalt der Gesellschaft und den Schutz der Flüchtlinge zu ihren zentralen Anliegen zählt". Diese Themen lägen auch den Kirchen sehr am Herzen. Mit Freude habe sie wahrgenommen, "dass Sie das große Engagement vieler Christinnen und Christen in unserer Gesellschaft ausdrücklich würdigen", so Kurschus an Scholz gewandt. Ihm wünsche sie "viel Kraft und Gottes Segen".

Zentralrat der Juden gratuliert

Der Zentralrat der Juden in Deutschland gratulierte dem neuen Kanzler ebenfalls. Die Gratulation kam per Twitter mit den Worten: "Masal Tow Olaf Scholz zur Wahl zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland! Wir wünschen Ihnen eine glückliche Hand!".

Ohne Gottesbezug

Der Bundestag hat Scholz am Mittwochmorgen mit 395 Stimmen zum Bundeskanzler gewählt. Bei der Vereidigung verzichtete er als zweiter Bundeskanzler nach Gerhard Schröder (SPD) auf den Gottesbezug in der Eidesformel.

Der Zusatz "So wahr mir Gott helfe" ist freiwillig. Anders als Schröder ist Scholz nach seinem Austritt aus der evangelischen Kirche der erste konfessionslose Regierungschef in Deutschland.

Bundeskanzler Olaf Scholz legt im Bundestag vor Bärbel Bas, Bundestagspräsidentin, den Amtseid ab / © Kay Nietfeld (dpa)
Bundeskanzler Olaf Scholz legt im Bundestag vor Bärbel Bas, Bundestagspräsidentin, den Amtseid ab / © Kay Nietfeld ( dpa )
Quelle:
KNA , DR