Gewalt gegen Rohingyas in Myanmar

Viele Opfer zu beklagen

In Myanmar sind innerhalb einer Woche mindestens 400 Menschen gestorben. Die meisten von ihnen sind Rohingya, eine muslimische Minderheit in dem Land. Der Konflikt ist noch längst nicht ausgestanden, befürchten Menschenrechtler.

Gewaltwelle in Myanmar / © kyodo (dpa)
Gewaltwelle in Myanmar / © kyodo ( dpa )

In Myanmar sind innerhalb einer Woche etwa 400 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen Rohingyas und Sicherheitskräften getötet worden. Bei den Opfern handelt es sich laut den Behörden um 370 Milizionäre der Volksgruppe der Rohingya, 14 Zivilisten und 13 Sicherheitskräfte. Menschenrechtler befürchten, dass die Zahl der Toten viel höher ist. Im mehrheitlich von Rohingya bewohnten westlichen Bundesstaat Rakhine gibt es seit 2012 immer wieder Pogrome gegen die muslimische Minderheit. Die Behörden des buddhistischen Landes verweigern den Rohingyas den Status als Minderheit und die Bürgerrechte.

Überlebende der Gewalt in den vergangenen Tagen berichteten von Massenmorden, Brandstiftungen und anderen Verbrechen, wie die Menschenrechtsorganisation "Fortify Rights" mitteilte.

Demnach attackierten Angehörige der Armee und einer offenbar buddhistischen Bürgerwehr am 27. August mehrere Rohingya-Dörfer mit Schusswaffen. Außerdem seien Bewohner in Hütten verbrannt oder geköpft worden, darunter auch Kinder.

Tausende auf der Flucht

Nach UN-Schätzungen sind mittlerweile an die 40.000 Rohingya aus dem Rakhine-Staat ins benachbarte Bangladesch geflohen. Tausende weitere sollen im Grenzgebiet festsitzen. Mehrere Flüchtlingsboote sind offenbar gekentert. Bei den 26 geborgenen Leichen handelte es sich laut einem Grenzschützer ausschließlich um Frauen und Kinder. Zu Forderungen, seine Grenzen für die festsitzenden Flüchtlinge zu öffnen, erklärte Bangladesch, es beherberge bereits Hunderttausende Rohingya, die aufgrund von Gewalt und Verfolgung in den vergangenen Jahrzehnten ins Land gekommen seien.

Der Konflikt in Rakhine war erneut aufgeflammt, als sich am vergangenen Freitag eine militante Gruppe namens "Arakan Rohingya Salvation Army" (ARSA) zu Angriffen auf Polizei- und Armeeposten bekannt hatte. Dies sei eine Reaktion auf die an der Rohingya-Minderheit verübten Gräuel durch Regierungstruppen. Myanmars Regierung und Militär bezeichnen die Gruppe als "Terroristen". Wie der Armee werden auch der ARSA Morde und Einschüchterungen von Zivilisten vorgeworfen.

Quelle:
epd