Geduld brauchen die Heiligen Drei Könige nicht nur auf ihrer beschwerlichen Reise zum Christuskind, sondern auch auf dem Weg in die deutschen Geldbeutel. Die im Oktober gestoppte Sammlermünze "Heilige Drei Könige" wird nun doch erscheinen – allerdings mit einem Jahr Verspätung. Außerdem nicht mehr mit einem Nennwert von 25 Euro, sondern von 50 Euro. Das geht aus dem Jahresprogramm der Sammler- und Gedenkmünzen 2026 hervor. Was war passiert?
Pünktlich zum Fest der Geburt des Herrn hätte die 22 Gramm schwere Münze Dreikönigsmünze bei vielen Sammlern unter dem Baum liegen können. Doch daraus sollte nichts werden. Rund einen Monat vor der geplanten Ausgabe im November 2025 hatte das Bundesfinanzministerium kurzfristig mitgeteilt, dass zwei 25-Euro-Münzen aus Silber nicht wie geplant von der Bundesbank ausgegeben werden können. Neben der Weihnachtsmünze "Heilige Drei Könige" hatte es die "Wuppertaler Schwebebahn" getroffen. Ein einmaliger Vorgang in der bundesdeutschen Numismatik.
Eingeschmolzen statt ausgegeben
Der Grund dafür liegt im Silberpreis, der binnen weniger Monate in die Höhe geklettert war. Egal, ob für Solarmodule, Rechenzentren oder Geldanlagen, der Bedarf an Edelmetallen boomt. Und das schlägt sich in den Preisen für Gold und Silber nieder. Ende 2024 kostete eine Feinunze Silber (ca. 31 Gramm) noch etwa 29 Euro. Vor wenigen Tagen, Ende 2025, war der Preis auf etwa 70 Euro gestiegen.
Hätte der Staat die Dreikönigsmünze also wie geplant im November ausgegeben, hätte er ein Zahlungsmittel in Umlauf gebracht, das dank seines gestiegenen Materialwerts eingeschmolzen wertvoller gewesen wäre denn als Zahlungsmittel. Das Finanzministerium und die Bundesbank zogen daher im Oktober die Reißleine und sagten die geplante Ausgabe der Münzen ab. Zwei Monate lang war unklar, ob und in welcher Form die Münzen noch ausgegeben werden. Im Dezember dann die Auflösung: Die Münzen bekommen einen neuen Nennwert: 50 Euro statt 25 Euro.
Ein Sprecher des Finanzministeriums bestätigte gegenüber DOMRADIO.DE, dass die bereits geprägten Exemplare der Sammlermünze "deformiert", also unbrauchbar gemacht und entwertet wurden. Das Silber werde "zur Prägung neuer Münzen wiederverwendet". Mit Hinweis auf das Geschäftsgeheimnis wollte sich der Ministeriumssprecher nicht zu den Kosten äußern, die durch die nachträgliche Anpassung des Nennwertes entstehen.
Sammler können sich auf Weihnachtsmotive freuen
Das Ministerium begründete die Erhöhung des Nennwertes und die Einschmelzung damit, verhindern zu wollen, "dass die Münzen zum Gegenstand von Spekulationen auf die Edelmetallpreisentwicklung werden oder ihre Ausgabe aus haushaltsrechtlichen Gründen unzulässig würde".
Die Münzen sollen also Sammlerstücke bleiben und nicht zum bloßen Silberinvestment werden. Wer beides miteinander verbinden will, muss nun tiefer in die Tasche greifen.
Geplant ist die Ausgabe der 50-Euro-Münze nun für den 5. November 2026. Wenige Tage später, am 19. November, soll mit der Münze "Stille Nacht, heilige Nacht" zudem eine neue Weihnachtsreihe starten. Auch sie wird aus Feinsilber bestehen und ebenfalls einen Nennwert von 50 Euro tragen.
Die "Heiligen Drei Könige" landen also – so Gott will – im Jahr 2026 unter dem Weihnachtsbaum. Was sind für die Drei Weisen aus dem Morgenland schon 50 Euro und 12 Monate? Die Geschichte ihrer Pilgerschaft zur Krippe, ihre Geschenke aus Gold, Weihrauch, Myrrhe, sind für die Ewigkeit. Und das ist unbezahlbar.