Nach einer Romreise der drei Augustiner-Chorfrauen aus dem Salzburger Kloster Goldenstein werden Gespräche über eine dauerhafte Lösung fortgesetzt.
Das bestätigte der Sprecher des zuständigen Apostolischen Kommissars, Markus Grasl vom Stift Reichersberg, am Dienstag der österreichischen Nachrichtenagentur Kathpress. Ziel sei es, den Schwestern den weiteren Aufenthalt in Goldenstein zu ermöglichen.
Laut Sprecher Harald Schiffl gab es "eine Reihe von diskreten Gesprächen schon seit Februar". Derzeit werde an praktischen Fragen einer Vereinbarung gearbeitet, darunter spirituelle Begleitung sowie medizinische Betreuung und Pflege der betagten Frauen.
An den Gesprächen im Kloster nähmen neben den drei Ordensfrauen auch Erzabt Jakob Auer von Sankt Peter in Salzburg sowie Vertreterinnen aus dem Unterstützerkreis der Schwestern teil. Die Treffen verliefen "in einer sehr guten offenen Atmosphäre", sagte Schiffl.
Ärger um Romreise
Ende April hatten die Ordensfrauen entgegen ursprünglicher Ankündigungen doch eine Reise nach Rom unternommen und dort an der Generalaudienz von Papst Leo XIV. teilgenommen. Kirchliche Vertreter kritisierten anschließend widersprüchliche Informationen aus dem Umfeld der Schwestern. Die Romreise habe für Irritationen gesorgt, sagte Schiffl. "Wenn das Vertrauen nicht mehr so da ist, muss man wieder daran arbeiten – von beiden Seiten klarerweise." Dies hindere jedoch nicht daran, weiter nach einer Lösung zu suchen.
Das Schicksal der Goldenstein-Nonnen, die alle über 80 Jahre alt sind, hatte in den vergangenen Monaten international für Schlagzeilen gesorgt. Ihren Fall verfolgten auch tausende Interessierte auf Instagram. Anfang September waren sie gegen den Willen Grasls aus einem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt.
Das Gebäude gehört seit 2022 dem Erzbistum Salzburg und dem Stift Reichersberg. Die Schwestern geben an, ihnen sei ursprünglich ein lebenslanger Verbleib zugesagt worden; nach Krankenhausaufenthalten mussten sie Ende 2023 dennoch in ein Heim übersiedeln.