Bischof Genn setzt in Synagoge "ein Zeichen der Solidarität"

"Gegen jede Form von Antisemitismus"

Angesichts antisemitischer Übergriffe der jüngsten Zeit ist die traditionelle katholische Prozession in Münster diesmal mit einem Auftakt in der jüdischen Synagoge gestartet. Bischof Genn sprach sich auch in seiner Predigt gegen Antisemitismus aus.

Bischof Felix Genn (Archiv) / © Lars Berg (KNA)
Bischof Felix Genn (Archiv) / © Lars Berg ( KNA )

"Wir sind heute bewusst in die Synagoge gekommen, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen gegen jede Form von Antisemitismus", sagte der Münsteraner Bischof Felix Genn am Sonntag. Auch in seiner Predigt später im Dom ging er auf das Thema Antisemitismus ein.

Mit Blick auf Juden in der Bundesrepublik kritisierte Genn, dass "unsere Glaubensbrüder und -schwestern" in Deutschland immer noch viel Verachtung erlebten. Umso wichtiger sei es ihm, ein deutliches Zeichen zu setzen, dass eine solche Feindschaft "mit uns nicht zu machen ist, dass wir uns mit allen Kräften dagegen wehren".

Bischof Genn kritisiert Entscheidung des EU-Parlaments zu Abtreibungen

Der Bischof kritisierte ferner, dass das EU-Parlament kürzlich mehrheitlich für ein Grundrecht auf medizinisch betreute Abtreibungen gestimmt habe. "Dem möchte ich energisch widersprechen", sagte Genn und fügte hinzu: "Es kann niemals ein Recht geben, das menschliche Leben eines anderen zu beenden."

Christen seien nun umso mehr herausgefordert, den Frauen und Männern beizustehen, die in diesen schwierigen Fragen arbeiteten, und vor allen Dingen den Frauen, die vor "oft grausamen Alternativen" stünden. "Wir müssen an der Seite des Lebens und an der Seite dieser Frauen stehen", forderte Genn.

Kritik an antijüdischem Vorfall vor Synagoge

Zuvor hatte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Münster, Sharon Fehr, einen antijüdischen Vorfall vor der Synagoge der Stadt vor zwei Monaten kritisiert. Die Attacke sowie viele antisemitische Angriffe in den Sozialen Netzwerken und auf Demonstrationen erschütterten die Mitglieder der jüdischen Gemeinde.

"Resignation aber war und ist in unserer langen jüdischen Geschichte nie eine wirkliche Option gewesen", betonte Fehr. Er rief dazu auf, sich Seite an Seite einzusetzen "gegen Antisemitismus, gegen Rassismus und gegen jedwede Form menschenverachtenden Verhaltens sowie für ein friedliches interkulturelles Miteinander".

Quelle:
KNA