Mit einem Gottesdienst im Petersdom haben am Donnerstag die Gedenkveranstaltungen zum 100. Geburtstag des deutschen Theologen und späteren Papstes Joseph Ratzinger begonnen. Am 99. Geburtstag des Ende 2022 als Benedikt XVI. Verstorbenen feierte der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch einen Gottesdienst im Petersdom. In seiner Predigt würdigte Koch den Verstorbenen als einen "herausragenden Glaubenslehrer auf dem Stuhl Petri."
Am selben Tag sollte in der italienischen Botschaft beim Heiligen Stuhl der vierte Band einer italienischen Ausgabe von Ratzingers Schriften vorgestellt werden. Am Tag danach war in der Päpstlichen Wissenschaftsakademie in den vatikanischen Gärten ein Symposium geplant, bei dem neben Koch unter anderem auch der deutsche Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller sprechen sollte. Im Lauf des Jubiläums-Jahres stehen zahlreiche weitere Ereignisse in unterschiedlichen Ländern auf dem Programm. Sie werden von der Joseph-Ratzinger-Papst-Benedikt XVI.-Stiftung koordiniert. Geplant sind Veranstaltungen unter anderem in Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Ungarn, Indien, Kolumbien, USA und Kenia.
Der italienische Kirchenhistoriker Roberto Regoli, Präsident der Stiftung, erklärte dazu, das Jubiläum sei eine Gelegenheit, Ratzingers Denken umfassend darzustellen. Dazu gehörten Ratzingers Interpretation des Zweiten Vatikanischen Konzils und die Rolle der Vernunft in der theologischen Reflexion. Ein Höhepunkt der Gedenkveranstaltungen im deutschsprachigen Raum ist eine für den 11. bis 20. Mai 2026 geplante Vortragsreihe an der nach Benedikt XVI. benannten philosophisch-theologischen Hochschule Heiligenkreuz.