Delegat Hofmann würdigt Adolph Kolping

Gebet und Arbeit

Der 4. Dezember ist Gedenktag des seligen Adolph Kolping. Für den Delegaten Markus Hofmann ein Vorbild im Glauben, ganz besonders im Blick auf zwei Aspekte: Die Verbindung von Gebet und Arbeit - und die Liebe zur Gottesmutter.

Grab von Adolph Kolping in der Minoritenkirche (KNA)
Grab von Adolph Kolping in der Minoritenkirche / ( KNA )

Die Predigt aus der Kapitelsmesse im Wortlaut:

"Als der selige Adolph Kolping 1865 verstarb, hatte seine tätige Liebe 418 Gesellenvereine hervorgebracht, zu denen in verschiedenen Ländern Europas und bis in die USA damals schon über 24.000 Mitglieder gehörten. Heute zählt die Kolping Familie international - in 60 Ländern vertreten - über 450.000 Personen. Diese Zahlen sind beeindruckend, aber nicht wegen dieses äußeren Erfolges verehren wir den am 8. Dezember 1813 als Sohn eines leseunkundigen Schäfers geborenen Adolph Kolping als Seligen. Wir verehren ihn, weil er vorbildlich als Christ und dann auch als Priester gelebt hat.

Zwei Aspekte seines Lebens möchte ich mit Ihnen ein wenig heute Morgen bedenken, einmal die Verbindung von Gebet und Arbeit. Jesus sagt ja heute im Evangelium: Bittet den Herrn der Ernte, Arbeiter in seine Ernte zu senden. In einer Ansprache in München 1855 rief Kolping den Versammelten zu: Beten, wie Christen wollen wir, aber auch arbeiten. Denn dafür hat uns unser Herrgott die Kräfte gegeben. Das war kein Plädoyer gegen das Gebet, sondern für eine gelungene Verbindung von Gebet und Arbeit. Drei Jahre später sagte er am selben Ort: Wenn man nur arbeitet und nicht betet, dann zerbröckelt das Brot in der Hand und nährt nicht mehr den Mann. Beim Beten und Arbeiten ist Gottes Segen.

Wie Kolping diese gelungene Synthese selbst praktiziert, geht aus einem Brief hervor, den er an einen befreundeten Richter geschrieben hat. Dort heißt es: Da, wo ich durch eigene Tätigkeit und Anstrengung das, was ich für gut und wünschenswert halte, erreichen kann, ist mein Gebet in der Regel sehr kurz und bündig. Die Sache wird Gott befohlen. Gelingt sie - gut, gelingt sie nicht - von neuem angesetzt, und will Gott sie nicht - auch gut. Denn der will es dann nicht haben. Basta. Aber wo ich eigentlich nichts direkt tun kann, zum Beispiel Leiden und Unglück von denen fernhalten, die meinem Herzen nahe stehen. Da wird gebetet, und zwar so recht ohne Unterlass. Ich weiß aus Erfahrung, wie weit man damit reichen kann. Soweit das Zitat: Gebet und Arbeit.

Ein zweiter Punkt sei erwähnt. Die liebe Adolph Kolping zur Gottesmutter Maria, als er in seiner Kölner Gesellenzeit um seine Berufung zum Priestertum rang. Er hatte das Angebot seines Handwerkermeisters, dessen Tochter, zu heiraten und das Geschäft zu übernehmen. Da suchte Kolping oft das Gnadenbild der schwarzen Muttergottes in der Kupfergasse hier in Köln auf. Dort hat er sich die Kraft erbetet, den Weg zu gehen, den er zunehmend deutlich als seine Berufung erkannte. Im Gebet, dort bei der Gottesmutter, hat er immer wieder seinen Entschluss erneuert, Priester zu werden. In einem Brief an einen Freund in Wien, der sich in einer schwierigen Situation befand, schreibt Kolping: Bete nur vorwärts! Die Mutter vom guten Rat hilft mehr, als wir denken.

Bewusst wählte er die Minoritenkirche, das erste Gotteshaus nördlich der Alpen, das der unbefleckt empfangenen Gottesmutter Maria geweiht wurde, aus und erhielt dort die Priesterweihe 1845. Und dort wirkte er dann auch. Als nach dem Dogma der Immaculata 1854 auch in Köln wie an vielen anderen Orten eine Mariensäule errichtet werden sollte, wurde der Einwand erhoben, dies würde die Protestanten in Köln unangenehm berühren. Kolping war früher Kaplan im weitgehend protestantischen Wuppertal gewesen und hatte dort auch evangelische Christen in den Gesellenverein aufgenommen. Und er setzte sich mit folgender Begründung dafür ein, dass in Köln die Mariensäule errichtet wurde. Er sagte: In wer weiß wie vielen protestantischen Häusern, selbst in Wuppertal, findet man Madonnenbilder. Ja, wir kennen protestantische Kirchen, zu deren Zierde auch Muttergottesbilder gerechnet werden. Wenn man den erhobenen Einwand ernst nehme, dann müsste man ja um des Friedens willen auch alle öffentlichen kirchlichen Prozessionen unterlassen und gar kein katholisches Leben mehr auf den Straßen wagen, um keinen unangenehmen Eindruck auf andere Konfessionen zu machen. Damit, so Kolping damals weiter, sind wir an der Tyrannei der Toleranz angelangt, die jeden gesunden Menschenverstandes entbehrt.

Mit 650 Mitgliedern seines Gesellenvereins nahm er dann an der Einweihung der Mariensäule teil, als sie am 8. September 1858 vor Sankt Gereon errichtet wurde, wo sie heute noch steht.

"Beten wie Christen wollen wir aber auch arbeiten, denn dafür hat uns unser Herrgott die Kräfte gegeben." "Bete nur vorwärts! Die Mutter vom guten Rat hilft mehr als wir denken." Zwei Sätze, die Haltungen eines Seligen kennzeichnen, die auch heute gelten. Ahmen wir ihn darin nach. Amen."

Quelle:
DR
Mehr zum Thema