Stadtdekan sieht "Riesenschritt" bei Ökumenischem Kirchentag

Für die Katholiken der größere Schritt

Als "Riesenschritt" hat der evangelische Stadtdekan von Frankfurt, Achim Knecht, rückblickend die Feier der zentralen Gottesdienste beim Ökumenischen Kirchentag im Mai in Frankfurt bewertet. In der Öffentlichkeit werde das nicht so wahrgenommen.

Eucharistiefeier im Frankfurter Dom im Rahmen des Kirchentags 2021  / © Sebastian Gollnow (dpa)
Eucharistiefeier im Frankfurter Dom im Rahmen des Kirchentags 2021 / © Sebastian Gollnow ( dpa )

Knecht sprach am Dienstag in einer digitalen Pressekonferenz von bewegenden Bildern, die die "ökumenisch sensiblen Gottesdienste" hervorgebracht hätten.

Gewissensentscheidung für Mahlfeiern

Es war damals ausdrücklich der Gewissensentscheidung der einzelnen Besucher überlassen, ob sie an der Mahlfeier der jeweils anderen Konfession teilnehmen wollten. Bei der katholischen Messe im Frankfurter Dom ging die evangelische Präsidentin des Ökumenischen Kirchentages, Bettina Limperg, zur Kommunion.

Zuvor hatte der katholische Frankfurter Stadtekan Johannes zu Eltz, der den Gottesdienst leitete, in einer außergewöhnlichen Geste evangelische Christen um Entschuldigung gebeten, weil sie vielfach unter Hochmut und Abgrenzungsbemühungen von katholischer Seite zu kämpfen hätten.

Bei einem evangelischen Gottesdienst beim ÖKT nahm wiederum der katholische Kirchentagspräsident Thomas Sternberg am Abendmahl teil.

"Theologisch zutiefst überzeugt"

"Für die katholische Seite war das der etwas größere Schritt", bilanzierte Knecht. "Außerkirchlich wird es vielleicht nicht ganz so deutlich wahrgenommen, aber zwischen den beiden Kirchen ist das ein Riesenschritt gewesen und wurde deutschlandweit auch entsprechend wahrgenommen", betonte der evangelische Stadtdekan. Dieses ökumenische Zeichen habe aber auch auf einer seit Jahrzehnten gut praktizierten Zusammenarbeit und einer "vergleichbaren Gottesdienstpraxis" in den Kirchengemeinden und Pfarreien vor Ort in Frankfurt gefußt.

Zu Eltz sagte bei der Pressekonferenz, er sei nach wie vor theologisch zutiefst überzeugt von diesem ökumenischen Schritt beim ÖKT. Der katholische Stadtdekan sprach von einem "deutlichen Stimulus aus Frankfurt". Er betonte auch, dass mit dem bewussten Hinzutreten von Katholiken zum evangelischen Abendmahl auch dort die "Gegenwart Christi" als wirksam bewertet worden sei.

Quelle:
KNA
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