Argentiniens Regierung soll in Pandemie handeln

Führungsqualitäten sind gefragt

Argentinien ist stark von der Corona-Pandemie betroffen. Die Regierungsverantwortlichen müssen in dieser Krise "Führungsqualitäten" zeigen. Erzbischof Mario Aurelio Poli nahm am Unabhängigkeitstag Stellung zur politischen Lage im Land.

Corona-Pandemie in Südamerika / © Jorge Saenz (dpa)
Corona-Pandemie in Südamerika / © Jorge Saenz ( dpa )

Die Kirche in Argentinien hat die Regierungsverantwortlichen aufgerufen, in der Corona-Pandemie "Führungsqualitäten" zu zeigen. Der Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Mario Aurelio Poli, appellierte (Dienstag Ortszeit) an Staatspräsident Alberto Fernandez und die Regional- und Kommunalregierungen, angesichts wachsender Armut und Arbeitslosigkeit "Positionierungen zu unterlassen, die Ressentiments und Spaltung fördern".

Erzbischof nimmt Stellung zur politischen Lage im Land

Während des Gottesdienstes mit dem Lobgesang des "Te Deum" ist es an Argentiniens Unabhängigkeitstag (25. Mai) politische Tradition, dass der Erzbischof von Buenos Aires zur politischen Lage im Land Stellung nimmt. In den vergangenen Jahren gehörte das jeweilige Staatsoberhaupt zu den Zuhörern in den Kirchenbänken.

Ausnahme war die ehemalige Präsidentin Cristina Kirchner, die dem Te Deum des damaligen Erzbischofs von Buenos Aires und heutigen Papstes Franziskus, Jorge Bergoglio, aus Protest wegen dessen kritischer Bestandsaufnahme eine Zeitlang fernblieb. Der amtierende Präsident Fernandez nahm an dem Gottesdienst am Dienstag virtuell teil.

Corona in Argentinien

Argentinien ist derzeit besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffen. Bislang zählte das Land 75.056 Todesfälle. In den vergangenen 14 Tagen stieg die Zahl der Neuinfektionen nochmals dramatisch an. Die Regierung reagierte mit einem neuerlichen Lockdown, gegen den am Dienstag viele Menschen demonstrierten.


Kardinal Mario Aurelio Poli / © Paolo Galosi (KNA)
Kardinal Mario Aurelio Poli / © Paolo Galosi ( KNA )
Quelle:
KNA