Bischöfe stellen Österreich unter Schutz Mariens

Frömmigkeitsform und Isolation

Maria als Beschützerin in Bedrängnis steht in Zeiten der Corona-Pandemie jetzt auch Österreich zur Seite. In Mariazell hielt der Gesandte der Bischofskonferenz eine Andacht und erinnerte an die Erfahrung der Emmausjünger.

Marienstatue / © N.N.  (shutterstock)

Der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl hat in Mariazell angesichts der Corona-Pandemie Österreich und die Menschen im Land der Gottesmutter Maria anvertraut.

Als Gesandter der Österreichischen Bischofskonferenz war er am Ostermontag in den Marienwallfahrtsort gepilgert und hatte vor dem dortigen Gnadenbild der "Magna Mater Austriae" für Österreich gebetet. Die Andacht am späten Nachmittag des zweiten Ostertages wurde von "Radio Maria" und auch im Internet übertragen.

In seiner Predigt erinnerte Krautwaschl an die Erfahrung der Emmausjünger, von der das Evangelium am Ostermontag berichtet. Die Jünger hätten Jesus beim gemeinsamen Brechen des Brotes erkannt und gewusst, dass er lebt. Daraufhin mussten sie es auch den anderen weitersagen, dass das Leben siegt. "Nichts anderes ist auch unser Auftrag: Mit Ihm, der lebt, im Dunkel der Welt die Botschaft des Lebens zu verkünden", so Krautwaschl.

Biblische Selbstisolation

Die Emmausjünger seien nach dieser Erfahrung schließlich wieder nach Jerusalem in jenes Obergemach zurückgekehrt, wo die Jünger sich in Selbstisolation zurückgezogen hatten. "Eine Isolation, die wir derzeit nur zu gut kennen", so der Grazer Bischof. "Wir wissen, dass dort auch Maria, seine Mutter, den Tag der Geistsendung erwartet hat - im Gebet und mit Geduld. Und gerade deswegen haben wir uns und ganz Österreich in dieser Feier an diesem Gnadenort ihr anvertraut mit der Bitte, uns als eine Menschheit in eine gute Zukunft zu führen."

Im Rahmen der Feier in der leeren Basilika sprach Bischof Krautwaschl ein Gebet, das schon Papst Benedikt XVI. (2005-2013) bei seinem Besuch in Mariazell im September 2007 gebetet hatte.

Katholische Frömmigkeitsform

Die Weihe an die Gottesmutter Maria ist eine Frömmigkeitsform der katholischen Kirche. Dabei werden Einzelpersonen oder Gruppen, Kirchen, Klöster, Diözesen oder auch Völker der Fürbitte Mariens und ihrem besonderen Schutz anvertraut. Die Marienweihe wird häufig, aber nicht nur in Ausnahmesituationen praktiziert. Die traditionelle Marienfrömmigkeit sieht Maria als Beschützerin in Bedrängnis. Auf vielen Andachtsbildern und Werken der Kunstgeschichte wird sie mit einem Schutzmantel dargestellt, unter dem Notleidende Zuflucht finden.

Basilika von Mariazell, österreichisches Nationalheiligtum / © Bwag/Commons
Basilika von Mariazell, österreichisches Nationalheiligtum / © Bwag/Commons
Quelle:
KNA