Friedensimpuls aus Jerusalem von Abt Nikodemus

"Eine ökumenische Karawane zieht durch"

In Jerusalem dauert die Gebetswoche für die Einheit der Christen neun Tage. Nikodemus Schnabel, Abt der Dormitio-Abtei, berichtet von einer ökumenischen Karawane und ruft zum Gebet für Einheit im Großen wie im Kleinen auf.

Autor/in:
Abt Nikodemus Schnabel
Nikodemus Schnabel, Abt der Benediktinerabtei Dormitio / © Andrea Krogmann (KNA)
Nikodemus Schnabel, Abt der Benediktinerabtei Dormitio / © Andrea Krogmann ( KNA )

In Jerusalem dauert eine Woche neun Tage, nicht nur sieben Tage. Hallo, mein Name ist Abt Nikodemus. Herzliche Grüße vom Jerusalemer Zionsberg aus der Dormitio-Abtei. Und die Woche, die ich meine, ist natürlich keine normale Woche, sondern die Gebetswoche für die Einheit der Christen, die hier ganze neun Tage dauert. Und das ist wie so eine ökumenische Karawane, die hier durch Jerusalem zieht.

Und immer wieder sind andere Gastgeber: erst die Griechisch-Orthodoxen, dann die Anglikaner, dann die Lutheraner, dann die Armenisch-Apostolischen, dann die Römisch-Katholischen, dann wir Benediktiner im Abendmahlssaal zusammen mit unseren Studierenden, dann die Koptisch-Orthodoxen zusammen mit den Syrisch-Orthodoxen und schließlich die Äthiopisch-Orthodoxen und die Griechisch-Katholischen. 

Jetzt kann man natürlich sagen: "Es gibt so viele andere, wichtigere Fragen." Wie die Frage von Krieg und Frieden, auch die Frage des interreligiösen Dialogs, die hier wichtig ist, zum Beispiel. Aber es ist gut, dass wir eine Woche haben, wo wir sagen: "Nein, wir beten als diese kleine Zwei-Prozent-Minderheit um die Einheit und das Geschenk der Einheit, dass wir als Getaufte zusammenkommen." 

Und das ist auch meine Frage an euch: Gibt es vielleicht abseits der großen Fragen, die die Welt beschäftigen, Fragen im Kleinen, in euren Familien, auch im Freundeskreis, für die es sich auch zu beten lohnt?

In dem Sinne wünsche ich euch Frieden im Großen und im Kleinen.

Euer Nikodemus aus Jerusalem

Quelle:
DR

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