Franz Wagner neuer Präsident des Deutschen Pflegerates

Interessenvertretung von 1,2 Millionen Pflegenden

Andreas Westerfellhaus war seit 2009 Präsident des Deutschen Pflegerates. Jetzt übernimmt Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe, die Interessenvertretung der 1,2 Millionen professionell Pflegenden in Deutschland.

Pflegekraft in der Altenpflege / © Angelika Warmuth (dpa)
Pflegekraft in der Altenpflege / © Angelika Warmuth ( dpa )

Wagner erklärte, das Thema Pflege werde mittlerweile von der Politik ernst genommen. "Bei den beruflich Pflegenden ist aber davon noch kaum etwas zu spüren." Er setze insbesondere auf die Gründung von Landespflegekammern und einer Bundespflegekammer, um die berufliche Situation der Pflegekräfte zu verbessern. Weiter wichtige Themen der kommenden Jahre seien eine angemessene Personalbemessung in Heimen und Krankenhäusern, die Umsetzung der Reform der Pflegeausbildung und ein neuer Aufgabenzuschnitt der Gesundheitsberufe.

Werdegang

Wagner wurde 1957 in Kelheim in Niederbayern geboren und lebt in Berlin. Er ist gelernter Gesundheits- und Krankenpfleger und absolvierte unter anderem ein Master-Studium Pflege und Gesundheitswissenschaften in Edinburgh. Zwischenzeitlich arbeitete er als Lehrer für Pflegeberufe und Direktor des Instituts für Pflegeforschung am Klinikum Nürnberg. Seit 2006 war er Vizepräsident des Pflegerates. Von 2005 bis 2009 war er erster Vizepräsident des Weltverbands der Pflegeberufe ICN. Er verfügt über langjährige Erfahrungen in nationaler, europäischer und internationaler Pflegeberufspolitik.

Der 1998 gegründete Deutsche Pflegerat ist der Dachverband der Berufsverbände des deutschen Pflege- und Hebammenwesens. Er vertritt nach eigenem Bekunden die Interessen der insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege sowie von Hebammen und will ihnen eine stärkere Stimme im Gesundheitswesen verschaffen.

Der Pflegerat ist Mitausrichter des Deutschen Pflegetages, der zentralen jährlichen Veranstaltung für Pflege in Deutschland. Inhaltlich setzt er sich seit Jahren unter anderem für die Einrichtung von Landespflegekammern und einer Bundespflegekammer nach dem Vorbild von Ärzte- und Rechtsanwaltkammer ein.

Quelle:
KNA