Adventskalender einmal anders

Fotos, Telefonate und Newsletter

Viele bunte Türchen öffnen sich pünktlich zum 1. Dezember und offenbaren Süßigkeiten, kleine Geschenke oder andere Aufmerksamkeiten. Aber womit können Adventskalender jenseits von materiellen Dingen gefüllt sein?

Ein Kind öffnet ein Türchen an seinem Adventskalender  / © Jannis Chavakis (KNA)
Ein Kind öffnet ein Türchen an seinem Adventskalender / © Jannis Chavakis ( KNA )

Adventskalender bieten schon seit Jahren mehr als Schokolade und Bildchen. Auch sind sie lange nicht mehr nur den Jüngsten vorbehalten. Das zeigt ein schneller Blick in Ladenregale: Mit Tee oder mit Parfüm bestückte Kalender oder 24 Türchen mit bunten Socken buhlen um die Gunst der Kunden.

Auch zahlreiche digitale Adventskalender werden angeboten, und das Internet bietet unzählige Ideen für Geschenke, mit denen selbst gemachte Kalender befüllt werden können.

Alternativen zu den typischen Adventskalendern

Aber gibt es auch Alternativen jenseits von Kalendern, die mit Kalorien, Konsum oder Verpackungsmüll verbunden sind? Ein Adventskalender soll die Wartezeit auf Weihnachten verkürzen und die Vorfreude steigern. Wie kann man anderen diese Freude bereiten? Und ihnen, ebenso wie sich selbst, einige Momente des bewussten Innehaltens in der Adventszeit ermöglichen? Ein paar Vorschläge:

Foto-Adventskalender: Die erste Idee ist ein Adventskalender, der schöne Momente aufleben lässt. 24 Fotos werden ausgesucht, ausgedruckt und verpackt, beispielsweise in bunten Briefumschlägen. Ob Fotos von besonderen Erlebnissen im Jahr, Urlaubsschnappschüsse oder die lustigsten, ästhetischsten oder ungewöhnlichsten Bilder: Das Auswählen der Bilder macht Freude und weckt Erinnerungen, genauso wie das "Türchen-öffnen" Momente aufleben lässt. Wer möchte, kann am 1. Dezember eine Leine mit Wäscheklammern oder ein Poster aufhängen, an denen dann die Bilder Tag für Tag befestigt werden. Alternativ könnten die Bilder auch in einem kleinen Album gesammelt werden. Der Kalender ist mit wenig Aufwand und geringen Kosten verbunden und sorgt für kleine, bewusste Momente im Advent.

Anruf-Adventskalender: An jedem Tag im Advent eine andere Person anrufen - das ist die Idee dieses Adventskalenders. Im Alltag vieler gehört das Schreiben von digitalen Nachrichten zum Alltag. Das klassische Telefonat, in dem ausgiebig erzählt und zugehört wird, bleibt dabei oft auf der Strecke. Mit diesem Adventskalender öffnet man sich selbst und dem anderen ein Türchen zu Aufmerksamkeit. Ob man Menschen anruft, mit denen man lange keinen Kontakt hatte oder aber beim besten Freund durchläutet - alles ist möglich. Bei einer Telefonflatrate ist dieser Adventskalender gänzlich kostenfrei und verschafft gute Gespräche im Advent. Unerwartete Anrufe sorgen sicher auch für die ein oder andere Überraschung.

Umgekehrter Adventskalender: Für diesen Adventskalender wird am 1. Dezember eine leere Box aufgestellt, etwa im Büro oder in der Nachbarschaft. Jeden Tag wandert in diese Kiste eine Sache hinein: haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel oder warme Socken. An Heiligabend ist die Kiste dann reichlich gefüllt und soll Menschen helfen, die auf Sachspenden angewiesen sind. Karitative Einrichtungen vor Ort nehmen die Box gerne entgegen.

Zeit-Adventskalender: An 24 Tagen bewusste Zeit mit einem Menschen verbringen, das verbirgt sich hinter den Türchen dieses Kalenders. Er ist gut umsetzbar, wenn die oder der Beschenkte in Nähe wohnt. Gemeinsam ein unbekanntes Stadtviertel erkunden, einen Hund aus dem Tierheim Gassi führen, Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt trinken, eine Foto-Safari direkt um die Ecke machen oder gemeinsam ein Rezept im Kochbuch kochen, dass noch nie zuvor zubereitet wurde - Ideen gibt es mehr als genug. Wichtig ist, dass die Aktivitäten eine bewusste Unterbrechung des Alltags darstellen. Verschenkt werden dazu zu Beginn des Advents 24 Zettelchen mit Aktivitäten drauf. Entweder man nummeriert die Zettel oder man verschenkt sie durcheinander, dann ist für beide überraschend, was an welchem Tag passiert.

Newsletter-Adventskalender: Für Menschen, die in weiterer Entfernung leben, eignet sich dieser Adventskalender. Per E-Mail oder Messengerdienst wird das Türchen für jeden Tag zugeschickt. Dies können Gedichte, Geschichten, Impulse oder Gebete sein, ebenso wie Fotos, Lieder oder Videos. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und auch im Internet findet man schöne Ideen für solche digitalen Adventsimpulse. Über den Newsletter-Adventskalender ist es auch gut möglich, sein eigenes kleines Hörbuch aufzunehmen. Einem Harry-Potter-Fan können beispielsweise jeden Tag Auszüge aus den Büchern per Sprachnachricht vorgelesen werden.

Bild/Foto-Puzzle: Sich hinsetzen und überlegen, welches Motiv dem anderen wohl gefallen würde - und dann einfach losmalen! Das klingt für viele vielleicht eher nach Kindergartenzeit, aber warum nicht? Das Malen ist für den Schenkenden ein bewusstes Erlebnis, und der Beschenkte wird sich über einen persönlichen Adventskalender freuen. Denn: Wenn das Bild fertig gestellt ist, wird es in 24 Teile zerschnitten und deren Rückseiten nummeriert. Jeden Tag darf der Beschenkte dann ein Teil mehr zum Puzzle hinzufügen. Wer keine Lust auf Buntstifte hat, kann natürlich auch ein besonderes Foto ausdrucken und zu einem Puzzle zerschneiden.

Autor/in:
Nicola Trenz
Quelle:
KNA
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