Die Erinnerung an den badischen Seligen Max Josef Metzger (1887-1944) wird künftig auch wissenschaftlich an der Universität im tschechischen Olmütz (Olomouc) gepflegt. Ein dort neu gegründetes "Max-Josef-Metzger-Institut für Dialog und Versöhnung" widmet sich der Archivierung und Dokumentation der veröffentlichten und unveröffentlichten Werke Metzgers.
Zweiter Schwerpunkt ist das theologische Erbe von Johannes Oesterreicher (1904-1993), der die Konzilserklärung "Nostra aetate" (1965) über das Verhältnis der katholischen Kirche zu nichtchristlichen Religionen mitverfasste und mit Metzger in engem Austausch stand.
Briefe aus dem Gefängnis
Geleitet wird das Institut, das an die katholisch-theologische Fakultät angegliedert ist, von dem Systematischen Theologen Lubomír·ák. Es besitzt in digitalisierter Form Metzgers persönliche Korrespondenz, seine Briefe aus dem Gefängnis und zahlreiche dort verfasste Texte sowie Publikationen Metzgers und umfangreiche Sekundärliteratur.
Der Priester Max Josef Metzger (1887-1944) stammte aus dem badischen Schopfheim und gründete nach dem Ersten Weltkrieg mehrere katholische Friedensgruppen. Seine pazifistische Haltung und seine Ablehnung der NS-Ideologie brachten ihn in Konflikt mit dem Hitler-Regime. Er wurde mehrfach verhaftet und im Oktober 1943 in einem Schauprozess in Berlin zum Tod verurteilt. Metzger wurde am 17. April 1944 in Brandenburg an der Havel hingerichtet. Am 17. November 2024 wurde Metzger im Freiburger Münster seliggesprochen.