Ordensfrau und Schüler in Australien erringen juristischen Klimasieg

Firma muss Emissionen eindämmen

Eine katholische Ordensfrau und acht Schüler haben in Australien einen juristischen Sieg für den Klimaschutz errungen. Der Klimawandel ist seit langem ein sehr kontrovers diskutiertes Thema in Australien.

CO2-Ausstoß aus einem Industrieschornstein / © Anastasiia Tymoshenko (shutterstock)
CO2-Ausstoß aus einem Industrieschornstein / © Anastasiia Tymoshenko ( shutterstock )

Ein Bundesgericht entschied, dass Umweltministerin Sussan Ley, falls sie die Erweiterung einer Kohlemine genehmigt, "die Pflicht hat dafür zu sorgen", dass "junge Leute durch CO2-Emissionen keinen Schaden erleiden oder getötet werden", hieß es laut dem Nachrichtenportal der katholischen Bischofskonferenz CathNews am Freitag im Urteil.

Schwester Brigid engagiert sich seit Jahren

Schwester Brigid Arthur (86) vom Brigitten-Orden und die acht Schüler hatten demnach gegen die Firma Whitehaven Coal geklagt, die ihre Kohlemine Vickery bei Boggabri in New South Wales ausbauen wollte.

Umweltministerin Ley hat 28 Tage Zeit gegen das Urteil Berufung einzulegen. Schwester Brigid gilt seit Jahrzehnten als engagierte Streiterin für Flüchtlinge sowie Umwelt- und Klimaschutz.

Klimawandel ist in Australien kontroverses Thema

Die konservative Regierung von Premier Scott Morrison, der ihre Kritiker eine Beeinflussung durch Klimawandelleugner und die Bergbauindustrie vorwerfen, setzt für den australischen Energiebedarf größtenteils auf fossile Brennstoffe. Zudem sind Kohle und Erze wichtige Exportgüter des Landes.

Zuletzt sei allerdings der Druck auf die Regierung gewachsen, Australien bis 2050 CO2-neutral zu machen. Vor dem Klimagipfel 2020 hatten fünfzehn kirchliche und weltliche Führungspersönlichkeiten der Südseestaaten in einem Offenen Brief Morrison dazu aufgefordert, sich bis 2050 zu Netto-Null-Emissionen zu verpflichten und bis 2021 eine langfristige Strategie zur Senkung der australischen Treibhausgasemissionen zu entwickeln.

Zu den Unterzeichnern gehörten Kardinal John Ribat, Erzbischof von Port Moresby in Papua-Neuguinea, sowie der Erzbischof von Suva in Fidschi, Peter Chong.

Quelle:
KNA
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