Kardinal Pell: Mein Konservatismus beeinflusste öffentliche Meinung

"Feindliche Atmosphäre"

Nach Ansicht des australischen Kardinals George Pell hat seine konservative Haltung die Öffentlichkeit ihm gegenüber negativ beeinflusst. Pell war im April von Australiens oberstem Gericht vom Vorwurf des Missbrauchs freigesprochen worden.

Kardinal George Pell / © Paul Haring (KNA)
Kardinal George Pell / © Paul Haring ( KNA )

Es gebe "keinen Zweifel", so Pell gegenüber der BBC (Sonntag), dass seine direkte Art und seine konservative Haltung zu Themen wie Abtreibung zu einer eher "feindlichen Atmosphäre" beigetragen hätten. "Aber für meine grundlegende christliche Position entschuldige ich mich überhaupt nicht", so der frühere Erzbischof von Sydney und Leiter des vatikanischen Wirtschaftssekretariats.

"Das Leid so vieler Menschen"

Sehr wohl aber bitte er um Entschuldigung für die Verbrechen des Missbrauchs in der Kirche. Er habe dies auch schon oft getan. "Ich bedaure zutiefst das Leid so vieler Menschen", fuhr Pell fort, "aber ich bin auch stolz auf die Bemühungen dagegen, die wir in Australien seit über 25 Jahren unternommen haben - so unzureichend diese auch gewesen sein mögen."

Pell selber war im April von Australiens oberstem Gericht vom Vorwurf des Missbrauchs in dritter Instanz freigesprochen worden. Die gut 13 Monate, die er in Gefängnishaft verbrachte, verglich der Kardinal auch mit der Zeit in einem Priesterseminar, wo diejenigen, die zu Priestern ausgebildet werden, Zeiten des Schweigens und der Isolation erfahren.

Quelle:
KNA
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