Kardinal Schönborn verteidigt Papst-Aussage zu Kindern

Familien sind "Überlebensnetzwerke"

"Eine Gesellschaft ohne Kinder sieht alt aus", so Kardinal Christoph Schönborn. Damit ging er auf die Empörung ein, für die eine Aussage von Papst Franziskus gesorgt hatte. Dieser hatte Haustiere als Ersatz für Kinder kritisiert.

Junge Familie mit Kindern / © Monkey Business Images (shutterstock)
Junge Familie mit Kindern / © Monkey Business Images ( shutterstock )

Als "Überlebensnetzwerk für uns alle" hat der Wiener Erzbischof in seiner Freitagskolumne Familien mit Kindern bezeichnet. Diese hätten einen unschätzbaren Wert, schrieb er in seiner Freitagskolumne in der Gratiszeitung "Heute".

Schönborn erklärt Äußerung des Papstes

Franziskus hatte in einer Nebenbemerkung kritisiert, dass viele Paare keine Kinder haben, aber zwei Hunde oder zwei Katzen. Aus dem Zusammenhang gerissen, könne die Aussage verletzend wirken, betonte der Kardinal.

"Denn kinderlos zu sein, kann eine freie Entscheidung sein, oder ein schmerzliches Schicksal. Und Haustiere sind für viele Menschen wertvolle Lebensbegleiter", so Schönborn.

Überalterung belastet junge Generationen

Es gehe dem Papst aber nicht darum, die Gefühle von Menschen zu verletzen. Hinter der "ungeschickten Bemerkung des Papstes" stehe vielmehr die Sorge vor einer Überalterung der Bevölkerung, die ganz Europa, und im besonderen Italien betreffe.

Da die Menschen immer länger lebten und gleichzeitig die Geburten zurückgingen, werde die Überalterung zu einer "Belastung für die nächsten Generationen".

Vierbeiner als treue Begleiter

Immer weniger Kinder müssten für immer mehr ältere Menschen aufkommen, so der Kardinal. "Umso wichtiger ist die Unterstützung für junge Paare, Alleinerziehende, Familien in Not. Hunde und Katzen sind dabei oft ihre vierbeinigen treuen und tröstlichen Begleiter." Dessen sei sich auch Papst Franziskus bewusst, zeigte sich Schönborn überzeugt.

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn / © Cristian Gennari (KNA)
Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn / © Cristian Gennari ( KNA )
Quelle:
KNA