Dem früheren Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat seine Leidenschaft für die Kirchenmusik nach eigenen Worten auch in der Politik geholfen. Es gelinge leichter, Menschen ein bestimmtes Thema nahezubringen, wenn man darüber leidenschaftlich und mit Inbrunst erzähle, sagte Wissing am Montagabend in Berlin.
Er habe sich als Kirchenmusiker an der Orgel bemüht, auch schwierige Stücke zu verinnerlichen. Er sei dann nach einem solchen Vorspiel von Zuhörern angesprochen worden, weil die Musik sie so berührt habe.
"Wir müssen im Dialog bleiben und Brücken zueinander bauen"
Diese Leidenschaft und Überzeugung wünsche er sich auch in der Politik, so Wissing weiter. Zudem brauche es mehr Offenheit, dem anderen zuzuhören. "Wir müssen im Dialog bleiben und Brücken zueinander bauen", so der frühere Politiker, der 2024 aus der FDP austrat. Das habe in der Ampel-Regierung zuletzt nicht mehr funktioniert.
Natürlich müssten Parteien Unterschiede in ihren Programmen aufzeigen, derzeit verselbstständige sich aber die Abgrenzung. Es müsse wieder gelingen, aus den Unterschieden eine gemeinsame Sache zu formen. Wissing äußerte sich bei einer Veranstaltung der Evangelischen Kirche in Deutschland zu seinem kürzlich erschienenen Buch "Verantwortung".