Evangelische Kirchen starten individuelle Anerkennungszahlungen

Orientierung an Schmerzensgeld-Tabellen

Die evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen wollen Opfern von Missbrauch ab Anfang kommenden Jahres auch individuelle Zahlungen zur Anerkennung ihres Leids zusprechen. Ob eine eigene Studie in Auftrag gegeben wird, entscheidet sich noch.

Symbolbild Geldscheine, Geld, Finanzierung / © VAKS-Stock Agency (shutterstock)
Symbolbild Geldscheine, Geld, Finanzierung / © VAKS-Stock Agency ( shutterstock )

Eine neu zusammengesetzte unabhängige Kommission werde über Anträge von Betroffenen entscheiden, sagte die Beauftragte der Evangelischen Kirche von Westfalen für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung, Kirchenrätin Daniela Fricke, am Donnerstag in einer Online-Pressekonferenz zum Abschluss der westfälischen Landessynode.

Das Anerkennungsverfahren startet die westfälische Kirche den Angaben zufolge gemeinsam mit der Lippischen Landeskirche und Evangelischen Kirche im Rheinland sowie mit der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Die Zahlungen sollen sich an Schmerzensgeld-Tabellen orientieren.

Bisher nur pauschale Zahlungen

Bislang gab es in der westfälischen Kirche keine individuell unterschiedlichen Zahlungen, sondern pauschale Leistungen. Betroffene, die bereits einem einen Antrag gestellt hätten, seien informiert worden, «dass sie ihren Fall noch mal neu betrachten lassen können», erklärte Fricke.

Für die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen beteiligt sich die westfälische Kirche an einer Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Am Ende der auf drei Jahre angelegten Studie werde die Landeskirche entscheiden, ob die Ergebnisse aussagekräftig seien oder ob die westfälische Kirche darauf aufbauend weitere Maßnahmen einleiten werde, sagte Fricke. Die Landessynode hatte am Mittwoch in einem Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt verbindliche Regelungen für alle kirchlichen Ebenen festgelegt.

Quelle:
epd
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