Evangelische Allianz für Stärkung der Suizidprävention

Verantwortung als Christen

Menschen in scheinbar ausweglosen Krankheits- oder Krisensituation neigen zu Selbstmordgedanken. Um Suizid zu vermeiden, ist eine frühzeitige Hilfe für die Betroffenen notwendig. Doch diese könnte weitaus besser aufgestellt sein.

Menschen mit Suizidgedanken brauchen frühzeitig Hilfe / © Pormezz (shutterstock)
Menschen mit Suizidgedanken brauchen frühzeitig Hilfe / © Pormezz ( shutterstock )

Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) plädiert für eine Stärkung der Suizidprävention. Der EAD-Beauftragte am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, Uwe Heimowski, begrüßte am Montag in Berlin den von zahlreichen Bundestagsabgeordneten unterstützten Aufruf an die Bundesregierung, einen Gesetzentwurf zur besseren Vorbeugung vor Selbsttötungen vorzulegen: "Mehr als 9.000 Personen nehmen sich in jedem Jahr in Deutschland das Leben. Wir haben als Christen die Verantwortung, Menschen in Krankheits- und Krisensituationen zur Seite zu stehen", sagte Heimowski.

Spannungsfeld assistierter Suizid

Eine Gruppe von Abgeordneten um den SPD-Politiker Lars Castellucci hat einen Antrag zur Stärkung der Suizidprävention in den Bundestag eingebracht. Nach Meinung der der Unterzeichner ist insbesondere vor dem Hintergrund des erleichterten Zugangs zum assistierten Suizid eine neue gesetzliche Regelung notwendig.

Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie – auch anonym – mit anderen Menschen über Ihre Gedanken sprechen können.

Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Symbolbild Telefonseelsorge / © Gajus (shutterstock)

Im Februar 2020 hatte das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass die Freiheit, sich das Leben zu nehmen, auch die Freiheit umfasst, hierfür bei Dritten Hilfe zu suchen und diese Hilfe, soweit sie angeboten wird, in Anspruch zu nehmen. Daher sowie aufgrund psychischer Belastungen infolge der Corona-Pandemie sei - je nach gesetzlicher Ausgestaltung des Urteils - möglicherweise sogar von einem deutlichen Anstieg assistierter Suizide auszugehen, heißt es in dem Entwurf.

Suizidprävention praktisch umsetzen

Der erste Vorsitzende der EAD, Ekkehart Vetter, forderte christliche Gemeinden und Verbände auf, Gründe für Suizide und Suizidprävention zu thematisieren: "Es ist wichtig, dass sich Christen nicht nur für aktuelle politische Debatten interessieren, sondern Impulse wie das angestrebte Gesetzesvorhaben zur Suizidprävention in den Gemeinden auch praktisch umsetzen." Dazu gehörten Themenabende mit geeigneten Experten und Initiativen, durch die Menschen ermutigt würden, sich in einer Lebenskrise an Vertrauenspersonen zu wenden.

"Zur Geschichte der Christen gehört es seit Jahrhunderten, sich für körperlich und seelisch kranke Menschen einzusetzen", sagte Heimowski weiter. Er verwies darauf, dass Christen die ersten Hospize und Krankenhäuser gründeten. "Es gehört zu unserer Verantwortung, uns für die Stärkung von Hospizen, palliativmedizinischer Betreuung und Krankenhausseelsorge zu engagieren", sagte der EAD-Beauftragte.

Quelle:
KNA