Die katholischen Bischöfe Europas haben von der EU mehr Anstrengungen für einen gerechten Frieden im Nahen Osten gefordert. Die Europäische Union sei als "Friedensprojekt" ins Leben gerufen worden, heißt es in einer am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Erklärung der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (Comece) nach ihrer Frühjahrsvollversammlung auf Zypern.
Daher trage sie eine besondere Verantwortung, als glaubwürdige Kraft für den Frieden und als aktiver Förderer von Stabilität und Dialog in der gesamten Nahost-Region zu agieren.
"In diesem Sinne fordern wir die EU und ihre Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, weiterhin geeint und entschlossen zu handeln: Sie müssen ihr diplomatisches, politisches und humanitäres Engagement verstärken, damit die Menschenwürde geschützt, das Völkerrecht gewahrt und inklusive Friedensinitiativen unterstützt werden", hieß es weiter. Dazu gehörten auch Beiträge zur maritimen Sicherheit, zur Energieversorgung und zur Nichtverbreitung von Kernwaffen.
Auf Stimmen der Religionen hören
Ferner sollten sie sicherstellen, dass die Stimmen aller, einschließlich der Religionsgemeinschaften, gehört und ihre Rechte geachtet werden. Gleichzeitig sei die Union aufgerufen, Solidarität mit den von der regionalen Instabilität betroffenen Mitgliedstaaten zu üben und angemessen auf die Auswirkungen dieser Konflikte innerhalb der europäischen Gesellschaften zu reagieren.
Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union setzt sich aus den katholischen Bischofskonferenzen aller EU-Mitgliedstaaten zusammen. Sie wurde 1980 mit Zustimmung des Heiligen Stuhls gegründet, um die EU-Bischofskonferenzen gegenüber den EU-Institutionen zu vertreten. Die Comece-Frühjahrsvollversammlung fand vom 22. bis 24. April im Rahmen der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft in Nikosia statt.