Jesuitengeneral Sosa zur Kritik an Papst Franziskus

Es gibt einen Kampf in der Kirche

Der Generalobere des Jesuitenordens sieht Kritik am Papst und Bischofssynoden als Ausdruck eines Kampfs innerhalb der Kirche. "Ich glaube der Kampf ist, ob man wirklich die vom Zweiten Vatikanischen Konzil erträumte Kirche will, oder nicht."

Papst Franziskus / © Vatican Media (KNA)
Papst Franziskus / © Vatican Media ( KNA )

Das sagte Arturo Sosa vor internationalen Journalisten in Rom. Papst Franziskus sei ein "Kind des Vatikanischen Konzils" und tue alles für dessen Umsetzung.

Mit dem von Papst Johannes XXIII. (1958-1963) einberufenen Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) begann eine Erneuerung in Struktur und Liturgie der katholischen Kirche sowie ihre Öffnung zum Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen.

Synoden Gegenteil eines Schismas

Zum Thema Synode sagte Sosa, solche Bischofsversammlungen seien das genaue Gegenteil eines Schismas. Es gehe bei den Bischofstreffen darum, sich auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu finden. Franziskus werbe für Synodalität, gerade auch als Mittel im Kampf gegen Klerikalismus.

Anfang September hatte es innerhalb der katholischen Kirche erneut deutliche Kritik an der von Papst Franziskus einberufenen Amazonas-Synode (6. bis 27. Oktober) gegeben. Sie soll unter anderem über neue Formen von Seelsorge in Gebieten mit wenigen Priestern beraten, die Rechte von Indigenen stärken und den Umweltschutz in Lateinamerika in den Blick nehmen.

Laut Medienberichten äußerten sich die Kardinäle Walter Brandmüller und Raymond Burke per Brief kritisch zum Vorbereitungspapier der Synode, dem so genannten "Instrumentum laboris". Angesichts der aktuellen Debatten sehe er die Gefahr, dass selbst der priesterliche Zölibat in Frage gestellt werden könnte, so der deutsche Kardinal Brandmüller. Alle Kardinäle müssten sich Gedanken darüber machen, wie mit möglicherweise "häretischen" Entscheidungen der Synode umzugehen sei.

"Jesuiten stehen immer im Dienst des Papstes"

"Diese Attacken gegen das Instrumentum laboris der Amazonas-Synode sind die gleichen, die es auch gegen das Instrumentum laboris der Jugendsynode und noch mehr bei der Familiensynode gab", sagte Sosa zu solcher und ähnlicher Kritik. Franziskus sei unbeschwert und werde "tun, was seine Berufung ist", zeigte sich der Jesuitenobere überzeugt.

Mit Blick darauf, dass Papst Franziskus selbst dem größten katholischen Männerorden angehört, sagte Sosa: "Jesuiten stehen immer im Dienst des Papstes, egal wie er heißt." Er verwies diesbezüglich auch auf das Gelübde der Jesuiten, Gehorsam gegenüber dem Kirchenoberhaupt zu leisten.

Arturo Sosa Abascal / © Stefano Dal Pozzolo (KNA)
Arturo Sosa Abascal / © Stefano Dal Pozzolo ( KNA )
Quelle:
KNA