Das Erzbistum Hamburg hat zwei Kontaktpersonen für Betroffene von geistlichem Missbrauch benannt. Erzbischof Stefan Heße beauftragte Christiane Bente und Hendrik M. Rabbow als Ansprechpartner.
Das Angebot richtet sich an Personen, die Erfahrungen mit Missbrauch geistlicher Macht gemacht haben oder machen und unsicher sind, wie das Erlebte einzuordnen ist. Die Kontaktpersonen sollen dafür einen geschützten, anonymen und vertraulichen Raum bieten.
Seelsorgerin und freier Mitarbeiter
Christiane Bente arbeitet derzeit als Krankenhausseelsorgerin und Mitarbeiterin in der Erwachsenenpastoral im Erzbistum Hamburg. "Frau Bente hat langjährige berufliche Erfahrungen und Kompetenzen in der Leitung von verschiedenen Aufgabenfeldern sowie in der Begleitung von Menschen", heißt es in einer Mitteilung des Erzbistums.
Hendrik M. Rabbow ist Theologe, Organisationsberater, Systemischer Coach und Seelsorger. "Er hat Führungserfahrung als Personalverantwortlicher in der Industrie gesammelt und als selbstständiger Unternehmens- und Managementberater begleitet er seit über 30 Jahren Menschen in sensiblen Lebens- und Entscheidungssituationen", so das Bistum. Seine Tätigkeit als Ansprechperson übernehme er als weisungsunabhängiger, freier Mitarbeiter des Erzbistums.
Geistlicher Missbrauch gilt als Form des Machtmissbrauchs, bei der religiöse Überzeugungen, Texte oder Positionen genutzt werden, um Menschen zu manipulieren, zu kontrollieren und in ihrer Freiheit zu verletzen. Täter instrumentalisieren den Glauben, um psychischen, seelischen und häufig auch sozialen Schaden zu verursachen, indem sie Betroffene isolieren und zur Anpassung zwingen.