Das Erzbistum Bamberg richtet seine Pastoral künftig stärker auf Dialog und Synodalität aus. Angesichts veränderter gesellschaftlicher Lebensrealitäten und neuer Bedürfnisse der Menschen müssten kirchliche Strukturen und Angebote neu justiert werden, erklärte Erzbischof Herwig Gössl laut Mitteilung des Bistums am Sonntag. Die Leitlinien zur Neuausrichtung treten am Fest der Taufe des Herrn (11. Januar) in Kraft.
Die Entwicklung zeige die Grenzen bisheriger kirchlicher Strukturen sowie der personellen und finanziellen Ressourcen auf, sagte Gössl. Nicht alle Angebote könnten weiterhin flächendeckend aufrechterhalten werden. Erforderlich seien daher ein "wertschätzendes Abschiednehmen" sowie die Bereitschaft, Bewährtes loszulassen. Zugleich sollten experimentelle und innovative Initiativen begleitet und unterstützt werden.
Leitlinien knüpfen an Pastoralplan an
Der sonntägliche Gottesdienst bleibt nach Angaben des Erzbistums an ausgewählten Orten Höhepunkt und Mitte des Glaubens. Darüber hinaus sollten weitere liturgische und spirituelle Formen gefördert werden. Die Verwaltung solle künftig zentral in Seelsorgebereichen organisiert werden. Ein weiteres Ziel sei die engere Zusammenarbeit mit anderen kirchlichen und gesellschaftlichen Akteuren. Die Kirche verstehe sich dabei als "zuverlässige Partnerin in der Gesellschaft", die Verantwortung gemeinsam mit anderen übernehme, hieß es.
Ziel der Neuausrichtung sei, Gemeinschaft unter den Menschen zu fördern - offen für alle und orientiert an deren jeweiliger Lebenswirklichkeit, so Gössl. Die Leitlinien knüpfen an den 2025 veröffentlichten Pastoralplan "Den Aufbruch wagen - heute!" an und markieren zugleich den Start eines neuen pastoralen Bistumsprozesses. Auf ihrer Grundlage sollen die Seelsorgebereiche eigene pastorale Strategien und innovative Konzepte entwickeln. Rückmeldungen aus der Praxis sollen in eine fortlaufende Weiterentwicklung der Leitlinien einfließen.