Erzbischof wünscht sich versöhnlichere Debatte zu Abtreibung

Zerreißprobe für die Gesellschaft

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch sieht in Debatten zu Abtreibung vielfach "Härte und Unversöhnlichkeit" von Gegnern und Befürwortern. Dies mache ihm Angst und drohe, "unsere Gesellschaft zu zerreißen", sagte Koch.

Heiner Koch, Erzbischof von Berlin / © Harald Oppitz (KNA)
Heiner Koch, Erzbischof von Berlin / © Harald Oppitz ( KNA )

Dies äußerte Erzbischof Koch am Samstag im rbb. Er rief dazu auf, "dass wir aufeinander zugehen, einander zuhören und wieder mehr miteinander reden statt übereinander zu urteilen."

Begleitung in allen Lebenslagen

Die Kirche sehe ihre "Berufung darin, Familien in allen Lebenslagen" zu begleiten, sie zu fördern und ihnen beizustehen. Beraterinnen stünden Frauen, die ungeplant oder ungewollt ein Kind erwarteten, zur Seite, betonte Koch. "Sie wissen um die Wirklichkeit des Schwangerschaftsabbruchs, kennen die Nöte und Sorgen der schwangeren Frau, ihre Verzweiflung und ihr Alleingelassen-Sein, sie wissen, dass 'ungewollt schwanger' oft die Folge mangelnder männlicher Verantwortung ist." Frauen fehle in dieser Situation nicht selten der Rückhalt in ihrer Beziehung oder ihrer Familie. Sie stünden unter einem immensen Druck.

Wichtig sei auch, "dass schwangeren Frauen, die einen Abbruch in Erwägung ziehen, alle Informationen zur Verfügung stehen, die sie brauchen, um ihre Entscheidung selbstverantwortlich treffen zu können." Aufgabe der Beraterinnen sei es, für das Leben zu beraten. Zugleich gehe es immer darum, die Entscheidung in Konfliktsituationen bei der Frau zu belassen.

Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen in katholischer Trägerschaft stellen im Unterschied zu anderen grundsätzlich nicht den für eine straffreie Abtreibung erforderlichen Beratungsschein aus.

Proteste zu Abtreibungsrecht in USA

In den USA droht das Ende des liberalen Abtreibungsrechts - darauf deutet ein durchgestochenes Dokument des Obersten Gerichts hin. Abtreibungsgegner wittern ihre Chance, Befürworter protestieren. Konservativ regierte Bundesstaaten versuchen, Fakten zu schaffen.

Symbolbild: Debatte um Abtreibungen / © Grand Warszawski (shutterstock)
Symbolbild: Debatte um Abtreibungen / © Grand Warszawski ( shutterstock )

Quelle:
KNA