Erzbischof von Moskau wirbt für Dialog mit Russland

"Frieden rückt weiter in die Ferne"

Nach der angekündigten Teilmobilmachung durch Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich der katholische Erzbischof von Moskau, Paolo Pezzi, besorgt geäußert. Er warb eindringlich für Dialog und "kreative Maßnahmen" für Frieden.

Paolo Pezzi, Erzbischof von Moskau / © Harald Oppitz (KNA)
Paolo Pezzi, Erzbischof von Moskau / © Harald Oppitz ( KNA )

"Frieden rückt so anscheinend weiter in die Ferne", sagte der Vorsitzende der Russischen Bischofskonferenz im Interview des Pressedienstes SIR. "Ich denke, der Weg ist wie von Papst Franziskus aufgezeigt: immer Kanäle offenhalten, ohne abzustreiten, wie die Dinge stehen; aber gleichzeitig nicht ganz dichtmachen", so Pezzi weiter. Eine Lösung für den Konflikt in der Ukraine sei schwierig zu erreichen. Das größte Problem sei, einen Ausweg zu finden, den keine Seite als Niederlage empfinde.

Der italienische Geistliche warb eindringlich für Dialog. Zurzeit sei offenbar keine Kriegspartei bereit, den ersten Schritt zu tun. Daher brauch es - wie vom Papst beschrieben - "kreative Maßnahmen", um den Weg zum Frieden einzuschlagen. Die kleine katholische Gemeinschaft in Russland bemühe sich, in diese Richtung zu gehen.

Teilmobilmachung in Russland und Annexionen

In vier besetzten ukrainischen Regionen lässt Russland in demokratisch nicht legitimierten Scheinreferenden die Menschen über einen Beitritt zu Russland abstimmen. Gleichzeitig will Russland insgesamt 300 000 Reservisten in die Ukraine schicken - rund doppelt so viele, wie Schätzungen zufolge dort bislang bereits kämpften. Sie sollen den Wendepunkt bringen in dem bereits seit sieben Monaten andauernden Krieg, der für Russland alles andere als erfolgreich läuft. Durchgesetzt werden soll so unter anderem eine geplante großflächige Annexion ukrainischer Gebiete. Doch ist das realistisch?

Ein ukrainischer Soldat  / © Vincenzo Circosta (dpa)
Ein ukrainischer Soldat / © Vincenzo Circosta ( dpa )
Quelle:
KNA
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