Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl hält Schließung und Verkauf einiger Kirchengebäude für unvermeidlich. Er wolle das nicht, aber wahrscheinlich werde es nicht anders gehen, dort, wo es an Zuschüssen und finanziellen Möglichkeiten der Kirchenstiftungen zum Erhalt fehle, sagte Gössl in einem Interview mit der Bistumszeitung "Heinrichsblatt", das in der kommenden Ausgabe erscheint.
Es werde kein Gotteshaus geschlossen, das auch wirklich gebraucht werde, schränkte der Erzbischof ein. Das gelte aber insbesondere für viele nach 1945 errichtete Neubauten nicht mehr. "Man hat viele Kirchen gebaut nach dem Krieg, weil sie gebraucht wurden und weil viele Leute da waren, die eine Kirche gesucht haben. Diese Leute gibt es heute so nicht mehr. Und so ist es völlig logisch, dass man diese Kirchen nicht mehr wird erhalten können."
Entwicklung schmerzhaft, aber nicht neu
Gössl nannte diese Entwicklung schmerzhaft. Sie sei aber nicht neu in der Kirchengeschichte. "Man muss sich nur die ganzen Klosteranlagen anschauen, zum Beispiel in Irland."