Erzbischof Gössl sieht Schließung einiger Kirchen als unvermeidlich

Schmerzhafte Entwicklung

In der Kirche geheiratet, die Kinder getauft - für viele markieren Gotteshäuser einen wichtigen Ort im eigenen Lebenslauf. Droht der Abriss eines solchen Gebäudes, tut das weh. Ja, sagt der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl, aber...

Symbolbild: Kirchenschließungen / © Marko Rupena (shutterstock)
Symbolbild: Kirchenschließungen / © Marko Rupena ( shutterstock )

Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl hält Schließung und Verkauf einiger Kirchengebäude für unvermeidlich. Er wolle das nicht, aber wahrscheinlich werde es nicht anders gehen, dort, wo es an Zuschüssen und finanziellen Möglichkeiten der Kirchenstiftungen zum Erhalt fehle, sagte Gössl in einem Interview mit der Bistumszeitung "Heinrichsblatt", das in der kommenden Ausgabe erscheint. 

Herwig Gössl / © Harald Oppitz (KNA)
Herwig Gössl / © Harald Oppitz ( KNA )

Es werde kein Gotteshaus geschlossen, das auch wirklich gebraucht werde, schränkte der Erzbischof ein. Das gelte aber insbesondere für viele nach 1945 errichtete Neubauten nicht mehr. "Man hat viele Kirchen gebaut nach dem Krieg, weil sie gebraucht wurden und weil viele Leute da waren, die eine Kirche gesucht haben. Diese Leute gibt es heute so nicht mehr. Und so ist es völlig logisch, dass man diese Kirchen nicht mehr wird erhalten können."

Entwicklung schmerzhaft, aber nicht neu

Gössl nannte diese Entwicklung schmerzhaft. Sie sei aber nicht neu in der Kirchengeschichte. "Man muss sich nur die ganzen Klosteranlagen anschauen, zum Beispiel in Irland."

Erzbistum Bamberg

Das Bistum Bamberg wurde auf die Initiative von König Heinrich II. hin bei der Reichssynode in Frankfurt gegründet. Erster Bischof von Bamberg war Eberhard I., der dieses Amt von 1007 bis 1040 innehatte. Mit dem Bistum Bamberg ins Leben gerufen wurde das Domkapitel, das den Heiligen Georg als Patron wählte.

Beim 4. Laterankonzil 1215 erlangte das Domkapitel das alleinige Bischofswahlrecht und beanspruchte die Mitregierung des Hochstifts und der Diözese.

Blick auf die Bamberger Altstadt / © saiko3p (shutterstock)
Blick auf die Bamberger Altstadt / © saiko3p ( shutterstock )
Quelle:
KNA