Erstes Glaubensfestival "Mehr" nach Corona

11.000 Besucher

Zum ersten Mal seit Pandemie-Beginn gibt es in Augsburg wieder eine "Mehr"-Konferenz. Das Christen-Festival, hinter dem der katholische Theologe Johannes Hartl steht, bietet ein buntes Programm – und prominente Gäste.

Eröffnung der Christen-Konferenz Weniger, am 5. Januar 2023 in der Messe in Augsburg. / © Christopher Beschnitt (KNA)
Eröffnung der Christen-Konferenz Weniger, am 5. Januar 2023 in der Messe in Augsburg. / © Christopher Beschnitt ( KNA )

In der Augsburger Messe hat am Donnerstagabend die erste Christen-Konferenz "Mehr" seit Corona-Beginn begonnen. Die ökumenische Zusammenkunft geht bis Sonntag. Die Veranstalter rechnen mit knapp 11.000 Besuchern. Unter dem Motto "God is here" ("Gott ist hier") gibt es religiös motivierte Vorträge, Musik, Speed-Dating und eine Messe mit rund 160 Ausstellern.

Weniger-Konferenz mit Bischof Bertram Meier am 6. Januar 2023 in Augsburg. / © Christopher Beschnitt (KNA)
Weniger-Konferenz mit Bischof Bertram Meier am 6. Januar 2023 in Augsburg. / © Christopher Beschnitt ( KNA )

Hinter dem "Mehr"-Festival steht das Augsburger Gebetshaus unter Leitung des katholischen Theologen Johannes Hartl. Als prominente Gäste angekündigt sind etwa Wiens Kardinal Christoph Schönborn, Augsburgs Bischof Bertram Meier und Kira Geiss, Miss Germany 2023 und angehende evangelische Religionspädagogin.

Christliches Jugendfestival

Die Organisatoren informierten bei der Auftakt-Pressekonferenz über Pläne für ein weiteres Projekt. Vom 3. bis 6. Januar 2025 soll es ebenfalls in der Augsburger Messe ein christliches Jugendfestival unter dem Titel "Zimzum" geben. Dieses finde in Kooperation mit der ökumenischen Missionsbewegung "Campus für Christus" statt. "Zimzum" war bereits für 2021 geplant gewesen, musste aber pandemiebedingt abgesagt werden.

Ökumene

Der Begriff "Ökumene" stammt aus dem Griechischen und heißt wörtlich übersetzt "die ganze bewohnte Erde". Gemeint sind die Bemühungen um die Einheit aller getrennten Christen. Die Ökumenische Bewegung ging zunächst von evangelischer Seite aus; als Beginn gilt die Weltmissionskonferenz von Edinburgh im Jahr 1910. Sie führte 1948 zur Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen (Weltkirchenrat, ÖRK) mit Sitz in Genf. Ihm gehören heute 349 reformatorische, anglikanische und orthodoxe Kirchen mit 560 Millionen Christen in 110 Ländern an.

Bewegung in der Ökumene / © Paul Sklorz (KNA)
Bewegung in der Ökumene / © Paul Sklorz ( KNA )



Zudem hieß es, das Gebetshaus werde ab 1. Februar via Youtube einen kontinuierlichen Livestream aus seinem Gebetsraum anbieten, "um Hoffnung zu verbreiten". In dem Gebetsraum wird von sich abwechselnden Gläubigen seit zwölf Jahren ununterbrochen gebetet.

Mehr als eine Konferenz

Johannes Hartl ergänzte, warum man in Sachen "Mehr" künftig nicht mehr von Konferenz oder Kongress, sondern von Festival spreche. "Mehr" sei mehr als Bühnengeschehen, dazu passe das Wort Festival besser; außerdem klinge es nicht so bieder.

Das bisher letzte "Mehr"-Festival gab es 2020. Dazu kamen rund 12.000 Menschen. Das Format fand erstmals 2008 statt, damals mit etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Bis 2018 gab es jährlich eine "Mehr"-Ausgabe. 2019 pausierte die Konferenz, um, so Hartl, die "Glaubens- und Gemeinschaftserlebnisse verarbeiten" zu können. In der Folge war ein Zwei-Jahres-Rhythmus angedacht, dann aber kam Corona. Das nächste "Mehr"-Festival soll nun 2026 stattfinden.

Glauben erfahrbar machen 

Im Januar 2023 veranstaltete das Gebetshaus "Weniger", eine wegen der Pandemie im Vergleich zu "Mehr" stark verkleinerte Glaubenskonferenz mit rund 4.000 Besucherinnen und Besuchern. Im Juni 2023 lud Hartl zudem zum "Eden-Fest" in den Augsburger Kongress am Park. Die interdisziplinäre "Konferenz für eine menschliche Zukunft" zählte rund 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Das Gebetshaus Augsburg versteht sich als "ökumenische Initiative, die es sich zum Ziel macht, den christlichen Glauben auf zeitgemäße Weise erfahrbar zu machen".

Quelle:
KNA