Erste Generalaudienz von Benedikt XVI. im neuen Jahr

Papst: Jesus kein postmoderner Weisheitslehrer

Die erste Generalaudienz im neuen Jahr stand noch ganz im Zeichen von Weihnachten. Papst Benedikt sagte, dass Gottes Sohn als Kind in der Krippe, die Bedeutung der Liebe Gottes für die Menschen sei. Der Papst verurteilte die Reduzierung Jesu auf eine „Märchenfigur". Dies sei einer Ablehnung Gottes gleichzusetzen. Benedikt ermahnte die Christen, das "Mysterium iniguitatis" - also das Geheimnis des Bösen - nicht zu ignorieren.

 (DR)

Ansprache auf deutsch:
„Ja, noch mehr: die Getauften gehören zu einer Familie, die Gott zum Vater hat. „Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es" (1 Joh 3, 1), sagt der Apostel Johannes. Unsere Antwort besteht darin, uns immer mehr auszustrecken auf die himmlische Wirklichkeit hin und zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit zu suchen, denn dann wird uns alles andere dazugegeben (vgl. Mt 6, 33). Leider ist in unserer Welt auch das Böse gegenwärtig; es gibt eine Ablehnung Christi, die von der völligen Verwerfung bis zur Gleichgültigkeit reicht. Man stellt sich Jesus als postmodernen „Weisheitslehrer" vor und entblößt ihn seiner göttlichen Natur. Dem halten wir die weihnachtliche Botschaft in ihrer ganzen Größe entgegen: Jesus, wahrer Gott und wahrer Mensch, besitzt den Schlüssel des Lebens. Er bittet um Aufnahme in unsere Herzen, um uns mit der Fülle seiner Gaben zu beschenken."

„Mit Freude grüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache. Gott gibt uns alles in seinem Sohn. Gehen wir mit ihm durch dieses Jahr und durch unser Leben als seine Freunde und Gefährten! Euch allen wünsche ich ein gutes neues Jahr und einen gesegneten Aufenthalt hier in Rom."